CTS-MUM
Jaw, Berlin, Alte Kantine der Kulturbrauerei, 23.11.2000
 
Mit Jaw hatte sich eine der interessantesten und besten neuen Bands im Bereich von elektronischem Indie-Pop in der Stadt angesagt, anscheinend jedoch wusste davon entweder niemand, oder die Jungs haben noch einen langen Weg vor sich, bevor Hallen voll werden. Vielleicht 50-70 Leute hatten sich eingefunden, um die drei Lüneburger zu sehen, dabei war der Eintrittspreis mit 15 DM (mit Ermäßigung sogar nur 12 DM) human gehalten. Was folgte, war die Präsentation des Erstlings-Albums "No Blue Peril", dessen Songs Pascal (Gesang), Sebastian (Programmierung) und Kristian (Drums) zum Besten gaben. Obwohl bei Jaw abgesehen von einigen Drums die Musik aus der Maschine kommt und Sebastian lediglich an Reglern arbeitet, also nicht einmal am Keyboard steht, ist ein Konzert der Jungs keinesfalls langweilig. Dies liegt in erster Linie an Pascal, der seine Texte sehr extrovertiert umsetzt, gestenreich in ihnen aufgeht und mit einer tollen Stimme zu überzeugen weiß. Hiervon lebt der Auftritt, der außerdem ehrlich ist, denn wenigstens simuliert niemand an Tasten oder E-Gitarre, er würde gerade spielen, obwohl alles vom Band kommt, hier sieht man dies. Zum Abschluss spielen die Drei noch einen Remix von "Alec Is Amused", das war es dann aber auch nach etwa 60 Minuten. Der Sound von Jaw ist live wie auf CD prima, die Songs gefallen, insofern ein gutes Konzert, das viel zu wenig Leute besucht haben. Man kann Jaw den Durchbruch nur wünschen, das Potential haben sie in jedem Fall.

(Tobi)