10.000 BC
Darsteller:  Steven Strait, Camilla Belle, Cliff Curtis
Regie:  Roland Emmerich
Dauer:  109 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  www.10000bc.de
 

Nach einer doch ganz ansehnlichen Anzahl von Blockbustern („The Day After Tomorrow“, „Godzilla“, „Independence Day“...) kommt nun das nächste Bombast-Spektakel von Roland Emmerich, der ja noch nie ein ausgesprochener Liebhaber der feinen Klinge war, sondern immer mit dem neuesten Stand der Tricktechnik zu überzeugen versuchte. Und auch diesmal wurde wieder geklotzt und nicht gekleckert, um uns in die Steinzeit zurückzuversetzen. Darüber, dass es etwas mehr als nur herumspringender Mammuts und Säbelzahntiger bedarf, um einen guten Film zu machen, scheint Emmerich aber großzügig hinweggesehen zu haben. Anders ist die von vorne bis hinten durchkonstruierte, an den Haaren herbeigezogene Geschichte eigentlich nicht zu erklären.

Es geht um das Schicksal des jungen D’Leh (Steven Strait), der mit seinem Stamm in der kargen Hochebene sein Leben mit dem Streben nach Anerkennung und der damit verbundenen Mammutjagd verbringt. Mit der setzt Emmerich immerhin gleich zu Anfang mal ein Zeichen, so rasant und beeindruckend lässt er einen Dank perfekter Animation an ihr teilnehmen. Doch schnell holt einen die Story wieder ein, denn kaum hat sich D’Leh den Segen für seine seit Kindertagen gehegte Liebe zur hübschen Evolet (Camilla Belle) erkämpft, wird die auch schon mit der Hälfte ihres Stammes von einem üblen, brandschatzenden Reitervolk entführt. Warum dieses offensichtlich im Vergleich zum recht primitiven Stamm D‘Lehs ein paar technische Entwicklungsstufen übersprungen hat, sei mal dahingestellt. Also begibt sich D’Leh mit einigen Gefährten auf die Verfolgung der Bösewichte.

Ihr Weg führt sie über die verschneiten Berge direkt in den tropischen Urwald, wo sie tatsächlich mit viel Glück und Geschick dem Angriff urzeitlicher Riesenlaufvögel entgehen. Wenn nicht schon vorher der Verstand in Anbetracht der von unseren Helden in spärlicher Kleidung und ohne Verpflegung zurückgelegten Distanzen ausgesetzt hat, ist es spätestens jetzt besser, ihn komplett auszuschalten, wäre man doch sonst die ganze Zeit damit beschäftigt, im Geschehen irgendeine Logik zu suchen. Der Höhepunkt des Ganzen ist wohl erreicht, als D’Leh einem Säbelzahntiger (!!!) in einer Tierfalle unbeschadet das Leben rettet, und der ihm nur wenige Einstellungen später aus einer bedrohlichen Situation hilft. Das mag ja in einem Märchenfilm funktionieren, aber hier, wo ja auf Realismus so viel Wert gelegt wird, ist es einfach nur lächerlich. Dass die wirklichen Schergen die Herrscher einer den alten Ägyptern nachempfundenen höheren Kultur sind, die die Entführten als Sklaven für den Bau ihrer Pyramiden kaufen, nimmt man dann mal besser als Tatsache hin.

Mit viel Fantasie kann man zuletzt sogar eine Botschaft entdecken, als aus D’Lehs Rettungsaktion von Evolet plötzlich der Kampf gegen den wie einen Gott verehrten Herrscher wird. Die lautet nämlich, dass man jedes totalitäre Schreckensregime stürzen kann, wenn alle Völker vereint für die gemeinsame Sache kämpfen, geht jedoch bei derart hölzernen Dialogen („Für den Krieg bist du noch zu jung.“ – „Ich bin älter als ich aussehe!“) gepaart mit der aus sämtlichen Mythen der Geschichte zusammengewürfelten, absurden Handlung glatt unter. Da helfen auch die bombastischsten Special Effects nichts.

Wertung: 2 von 10 Punkten

(Mick)