Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen



D: Kate Hudson, Matthew McConaughey, Adam Goldberg, R: Donald Petrie, 115 Min.

Das oberste Prinzip in einer Beziehung ist ja irgendwie immer an sich zu "arbeiten". Soll heißen, man versucht alles, dem Partner die gemeinsame Zeit so angenehm wie möglich zu machen, auch wenn man dabei das eine oder andere Mal die eigenen Interessen denen des Partners unterordnen muss. Das wird Modemagazin-Kolumnistin Andie (Kate Hudson) erst richtig bewusst, als sich ihre frisch verlassene Freundin wegen ihres Liebeskummers bei ihr ausheult und betont, sich keinen der Kardinalfehler erlaubt zu haben, die einen Mann normalerweise vergraulen. In der anschließenden Redaktionssitzung kommt Andie dann die Idee, dass man den Spieß doch einfach mal umdrehen kann und einen Typen mit Hilfe der absoluten Tabus möglichst schnell zu vertreiben versucht. Also wird sie von ihrer Chefin kurzerhand verdonnert, dies zum Thema ihrer "Wie... - in 10 Tagen"-Kolumne zu machen.

Zu dumm nur, dass ihr "Opfer" Ben (Matthew McConaughy) eine Wette zu laufen hat, dass es ihm gelingt in 10 Tagen eine Frau für sich zu gewinnen. Diese Ausgangssituation ist wirklich nett erdacht und schon die halbe Miete für den Film, denn sie öffnet den psychologischen Beziehungs-Grabenkämpfen Tür und Tor und gibt obendrein den Gedanken an allerlei Witzigkeiten jede Menge Nahrung. Diese Vorlage zu nutzen erfordert nun nur noch ein wenig Phantasie und dramaturgisches Geschick und schon hat man einen überaus unterhaltsamen, über weite Strecken sehr lustigen Liebesfilm.

Denn was der arme Ben alles über sich ergehen lassen muss, um die Beziehung aufrecht zu erhalten, ist wirklich jenseits jeder Toleranzgrenze, und doch ertappt man sich trotz aller Übertreibung dabei, dass man sich in der einen oder anderen Situation genauso verhalten hätte. Ja, und gerade das ist auch das ganz große Plus des Films: er beschränkt nicht auf die Sichtweise des einen oder anderen Geschlechts. Sowohl Männer als auch Frauen werden das eine oder andere Verhaltensmuster wiederentdecken.

Aber zurück zu Bens Herausforderungen, so wird er beim gemeinsamen Basketballspielbesuch in der entscheidenden Phase des Spiels Getränke holen geschickt, bekommt einen "Liebesfarn" geschenkt oder sie erscheint unvermittelt beim Männer-Pokerabend und mischt die Runde erstmal ordentlich auf, inklusive Rauchverbot, Blattverrat und Blödgequatsche. Da hat selbst der leidensfähige Ben die Schnauze voll und beendet die Tortur, säßen da nicht seine Kumpels am Pokertisch, die in die Wette eingeweiht sind und selbst von ihr profitieren würden. Also versucht er es ihnen zuliebe noch einmal und wie es sich für einen anständigen Hollywood-Liebesstreifen gehört, kommen bei einem gemeinsamen Besuch seiner Eltern plötzlich echte Gefühle ins Spiel... Na dann mal viel Spaß beim Happy End.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Miguel)