15 Minuten Ruhm

D: Robert de Niro, R: John Herzfeld



Pop-Art-Künstler Andy Warhol war es, der 1968 jedem Menschen irgendwann "15 Minuten Ruhm" prophezeite, Robert de Niro soll das Ganze im gleichnamigen Thriller nun ausbaden.

So richtig Recht sollte Andy Warhol nicht behalten. Die, die im Rampenlicht stehen, genießen dieses durchaus länger als ein Viertelstündchen, auch wenn man sich bei vielen von ihnen wünschen würde, sie würden lieber bei Aldi um die Ecke an der Kasse hocken. Andere, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, bleiben im Dunkel des Alltags stecken. Fähigkeiten alleine zählen nicht viel, Beziehungen oder Zufälle sind da schon hilfreicher, manchmal auch Fernseh-Container.

Nicht aus diesem, dafür aber aus Osteuropa stammen die beiden Killer, um die sich "15 Minuten Ruhm" dreht. Berühmt sein, das wäre doch was. Da Amerika bekanntlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, kommt den unangenehmen Jungs die Idee, ihre Morde auf Video aufzuzeichnen und an das Fernsehen zu verhökern. Robert de Niro ist nicht nur als Superbulle auf ihren Fersen, sondern auch der Medienstar der New Yorker Polizei und somit ein perfektes Opfer für den nächsten Mord. Sein Bekanntheitsgrad soll Oleg und Emil zu Ruhm verhelfen, bevor sie wegen Unzurechnungsfähigkeit wieder frei gelassen werden - so der Plan.

Regisseur John Herzfeld wirft im Rahmen des flinken Thrillers einen kritischen Seitenblick auf die medienübersättigte Gesellschaft, verliert sich aber mehr und mehr in Irrealität, Brutalität, deplatzierten Humorversuchen und platter Handlung. Nicht wirklich spannend.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)