9 SONGS
Darsteller:  Margo Stilley, Kieran O' Brien
Regie:  Michael Winterbottom
Dauer:  69 Minuten
 

London im Sommer: Matt (Kieran O' Brien), ein Klimaforscher, und Lisa (Margo Stilley), eine amerikanische Austauschstudentin, lernen sich bei einem Konzert kennen und verlieben sich. Sie führen eine leidenschaftliche Beziehung - gehen gemeinsam auf Konzerte, hören Musik und haben Sex. Stets in dem Bewusstsein, dass ihre Liebe mit Lisas Rückkehr in die USA bald beendet sein wird. Acht Bands und neun Songs begleiten diese aussergewöhnliche Liebe mit elektrisierenden und kraftvollen Live-Perfomances von Black Rebel Motorcycle Club, The Von Bondies, Elbow, Primal Scream, The Dandy Warhols, Super Furry Animals, Franz Ferdinand und Michael Nyman.

Ursprünglich wollte Michael Winterbottom Michel Houellebecqs Roman "Plattform" verfilmen, der ihn faszinierte und gleichzeitig auch herausforderte: "Es ist ein atemberaubendes Werk mit äußerst expliziten Sexszenen, und ich ertappte mich dabei, dass ich ständig daran herumstudierte, wie diese einzig mittels Sprache so facettenreichen Schilderungen visuell umgesetzt werden könnten." Winterbottom traf sich in der Folge mit Houellebecq. Es stellte sich aber heraus, dass der französische Autor bereits selbst Pläne für eine Verfilmung hatte. Inspiriert durch "Plattform" verfasste Winterbottom nun seine eigene Geschichte 9 Songs. Eine wirkliche Handlung ist hierbei allerdings auf der Strecke geblieben. Eigentlich sieht man nur Sex, der gegen Ende des Films immer deutlicher wird, bis zu pornografischen Szenen, die Winterbottom aber so kunstvoll und intensiv aufnimmt, dass sie nicht pornografisch wirken. Neben dem Sex sieht man Konzerte - das Paar geht anscheinend jeden Abend auf irgend ein Britpop-Konzert. Klasse Bands, klasse Musik, jedoch wirken die Songs etwas zusammenhaltslos in den Film platziert. Neben den Live-Auftritten sind Michael Nymans Piano-Solos in den Liebesszenen zu hören. Dann gibt es ab und an noch etwas Antarktis zu sehen. Dass dies eigentlich die Rahmenhandlung ist und sich Matt während einer Expedition in der Antarktis an seine Affäre mit Lisa erinnert, wird nicht so recht deutlich. Dass "9 Songs" bereits auf verschiedenen Festivals für kontroverse Diskussionen wegen seiner expliziten Sexszenen sorgte, verwundert nicht. Kein Film für jedermann.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Tobi)