A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn



D: Russell Crowe, Ed Harris, Jennifer Connelly, R: Ron Howard, 124 Min.

Als Produzent Brian Gazer in der Zeitschrift "Vanity Fair" einen Artikel über John Forbes Nash, Jr. las, über den Sylvia Nasar eine Biographie geschrieben hatte, war er fasziniert von der Idee, das Leben des Mannes zu verwirklichen. Nachdem er die Rechte an dem Buch erlangt hatte, engagierte er Akiva Goldsman als Drehbuchautor, und dies nicht ohne Grund. Der geniale Mathematiker Nash wurde von Schizophrenie ergriffen - Goldsmans ist als Sohn eines Therapeuten und einer Kinderpsychologin in der Kindheit oftmals auch von Gleichaltrigen umgeben gewesen, die in ihrer eigenen Scheinwelt lebten. Kein Wunder, dass das Drehbuch die Geschichte hervorragend umsetzt.

John Nash (Russell Crowe) kommt im Jahr 1947 an die Universität von Princeton, New Jersey, um höhere Mathematik zu studieren. In Gegensatz zu den Komilitionen kam er weder aus einer angesehenen Famile oberen Standes, noch hatte er große Vorprüfungen über sich ergehen lassen müssen - Princeton wollte ihn haben, und sie wussten, warum. In die Studentenwelt findet sich Nash nur schwer hinein, jedoch prallen blöde Sprüche der Mitstudierenden an ihm ab, er bleibt kühl und zielgerichtet: Die Mathematik ist es, wegen der er vor Ort ist, nichts anderes. Eine neue Theorie will er entwickeln, etwas revolutionieren. Dies gelingt ihm 1949 mit seiner Dissertation zum Thema "Nicht-kooperative Spiele", die im krassen Widerspruch zur 150 Jahre alten Doktrin von Adam Smith, dem Vater der modernen Wirtschaftswissenschaften, steht. Die Idee zur Theorie bekam Nash kurz zuvor bei einem Barbesuch, als er die Reaktion seiner Komilitonen - mit denen er nach und nach besser zurecht kommt - auf eine Blondine beobachtete. Nash wird zum Mathematik-Star und vom MIT als Forscher und Dozent engagiert. In der Blütezeit des Kalten Krieges wünscht er sich allerdings eine entscheidene, helfende Rolle für sein Land, so dass dieses auf ihn nicht mehr verzichten kann, und so baut er nach und nach eine Scheinwelt auf. In dieser wird er von William Parcher (Ed Harris) als Spezialist zur Entschlüsselung der schwierigsten Codes im Geheimeinsatz angestellt, und fortan führt er ein Doppelleben, am MIT und als geheimer Dechiffrierer. Als er die schöne Physikstudentin Alicia (Jennifer Connelly) kennen lernt, bringt ihm diese bei, zu lieben. Er heiratet sie, ohne ihr von seinem geheimen Tun zu erzählen, bei dem es immer gefährlicher für ihn wird. Irgendwann läuft der Topf über und Nash landet in einer Klinik, wo ihm paranoide Schizophrenie attestiert wird. Anfangs meint Nash noch, in den Fängen russischer Spione gelandet zu sein, und nur schwer kann ihn Alicia von seienr Krankheit überzeugen, auch weil seine Einbildungen wie Parcher immer wieder auftauchen. Das Genie beginnt, zu kämpfen, und er bekommt die Halluzinationen in den Griff - bis er wieder einigermaßen normal lebt und 1994 sogar den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhält.

Die filmische Umsetzung der 47 Jahre umfassenden Zeitspanne aus dem Leben von John Nash ist sehr gut gelungen. Regisseur Ron Howard gelingt es wunderbar, den Zuschauer gleichzeitig mit Nash erst begreifen zu lassen, was wirklich ist und was nicht. Der Ausgang der Geschichte ist den meisten Kinogängern vorher sicherlich schon bekannt, aber hierum wird auch keine Spannung aufgebaut, nein, die Betrachtung der Momentanzustände ist so wunderbar inszeniert, dass der Film durchgehend Freude bereitet. Am Anfang haben wir den etwas merkwürdigen großen Denker, dann den intellektuellen Kopf im Kalten Krieg mit einer durchaus hier sogar spannend gemachten Handlung, dann den Verzweifelten, den Krankheit erfahrenden, dann den Kämpfer, und zum Schluss sogar außerordentlich rührend und ergreifend dargestellt den vermeintlichen Sieger, ohne in Kitsch und Klischees abzurutschen. Schauspielerisch bietet Russell Crowe eine überragende Leistung, aber auch die anderen wissen zu überzeugen. Fazit: "A Beautiful Mind" sollte man nicht verpassen - ein wunderbarer, großer Film.

Wertung: 10 von 10 Punkten

(Tobi)