About a boy - oder Der Tag der toten Ente



D: Hugh Grant, Nicholas Hoult, Toni Collette, R: Chris Weitz, Paul Weitz, 101 Min.

Frei nach dem Motto "Jeder ist eine Insel" ist Will (Hugh Grant) überzeugt, Ibiza zu sein. Nun ist Will nicht verrückt, er ist nur Ende 30, vermeidet feste Bindungen und lebt auf eigenen Wunsch kinderlos. Als ihm gute Freunde die Patenschaft für ihr in Kürze erwartetes Kind anbieten, lehnt er dankend ab, im Wissen, hierfür alles andere als geeignet zu sein. Irgendwie fehlt Will jeder Anflug von Spritzigkeit, er lebt so vor sich hin, verliebt in seine Filmsammlung, vor allem aber in sich selbst. An Affären mangelt es ihm nicht, schließlich ist er gutaussehend jedoch auch gnadenlos gelangweilt von der Welt. Einen Job hat Will nicht, braucht er aber auch nicht, da sein Opa einst ein Weihnachtslied komponiert hat, das man immer noch rund um die Welt singt und spielt hiervon kann er gut leben, an Geld mangelt es nicht. Über Umwege lernt er Marcus (Nicholas Hoult) kennen, einen 12-jährigen Jungen, der ein absoluter Außenseiter ist. Seine Mutter Fiona (Toni Colette), mit der er alleine lebt, ist nicht nur schwer depressiv, sie scheint auch nicht in der Gegenwart angekommen zu sein. So kleidet sie Marcus unmodern, gönnt ihm nichts Begeisterndes, überträgt ihr Vegetarier-Sein auf ihn und macht ihn so zu einem absoluten Outsider, den Mitschüler sich gerne mal vorknöpfen, ist er doch ein leichtes Opfer. Noch schlimmer: Fiona begeht ab und an Selbstmordversuche, für Marcus natürlich schwer belastend. Zuerst denkt er, Fiona und Will verkuppeln zu können, was aber jeder Chance entbehrt. Als Marcus erkennt, dass Will irgendwie auch ein Außenseiter ist, gesellt er sich mehr und mehr zu ihm, ohne wirklich zu fragen, ob Will dies überhaupt Recht ist. Diesem macht es nach anfänglicher Ablehnung plötzlich irgendwie Spaß, sich etwas um Marcus zu kümmern, und so werden beide anscheinend zu Freunden. Ganz so einfach ist das aber nicht, und spätestens Fiona sorgt hier für Unruhe...

"About a Boy" ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Nick Hornby, nach "Fever Pitch" und "High Fidelity" die dritte. Die Regisseure Chris Weitz und Paul Weitz beweisen, dass sie weitaus mehr können, als sie bei der Teenager-Klamotte "American Pie" erahnen ließen. Der Film pendelt zwischen Komödie und Tragödie, mit trockenem, stellenweise typisch britisch schwarzem Humor und dramatischen Momenten. Hugh Grant und Nicholas Hoult überzeugen in ihren Rollen voll und ganz, es macht Spaß, ihnen zuzuschauen. Die erste Hälfte des Films ist großartig, dann verliert er etwas, bleibt aber hochklassig. Toll ist auch die Musik von Badly Drawn Boy, die die Handlung begleitet. Insgesamt ein sehr guter Film, der das Alleinsein aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, auch als positives Element jeder ist eine Insel.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)