About Schmidt



D: Jack Nicholson, Hope Davis, Kathy Bates, R: Alexander Payne, 124 Min.

Was für viele ein segen ist, scheint für Warren Schmidt (Jack Nicholson) eine Bestrafung - die Pensionierung. Nach seinem Ausscheiden aus dem Job als Versicherungsangestelltem fällt ihm erst einmal so richtig auf, wie trostlos sein Leben eigentlich ist. Seine Frau Helen (June Squibb) kommt ihm sehr alt und unattraktiv vor, außerdem absolut nervtötend mit ihren Macken. Trotzdem kauft er ihr den ersehnten Luxus-Wohnwagen. Tochter Jeannie (Hope Davis) liebt warren zwar, jedoch wohnt diese nicht wie er in Nebraska, sondern im fernen Denver. Viel schlimmer aber: Sie plant die Hochzeit mit Randall (Dermot Mulroney), einem von Warren als Versager abgestempelten Wasserbettverkäufer. Zum Zeitvertreib nimmt der Neurentner die Patenschaft für den Waisenknaben "Ndugu" aus Tansania an, dem er aber nicht einfach nur die 22 vereinbarten Dollar spendet, nein, er offenbart ihm in langen Briefen sein Inneres, schildert ihm seine Sorgen, teilweise in deutlichster und schockierendster Offenheit - gut, dass Ndugu erst sechs Jahre alt ist und nicht lesen kann. Als Helen plötzlich stirbt, weiß warren gar nichts mehr mit sich anzufangen, also setzt er sich in das Schiff von Wohnwagen und macht sich auf den weg zu Jeannie, in der Hoffnung, die Hochzeit noch abwenden zu können. Dort angekommen nistet er sich bei Randalls Mutter Roberta (Kathy Bates) ein, die Gefallen am alten Mann findet...

Beschreibt man die Handlung von "About Schmidt", so könnte man durchaus denken, es mit einer Komödie zu tun zu haben. So ist es nicht. Trotz diverser komischer, schwarzhumoriger Elemente (vor allem zu Beginn) ist der Streifen vor allem die Tragödie eines vereinsamten Mannes auf der Suche nach dem Sinn des Lebens nach dem Job. Schauspielerisch ist Jack Nicholson eine Augenweide, der sich nicht scheut, das Alter sehr realistisch zu verkörpern. Starker Film.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)