ALICE IM WUNDERLAND: HINTER DEN SPIEGELN
Darsteller:  Mia Wasikowska, Johnny Depp, Anne Hathaway, Sacha Baron Cohen
Regie:  James Bobin
Dauer:  113 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Website:  disney.de/alice
 

Vor sechs Jahren realisierte Tim Burton eine gewohnt fantasievolle 3D-Realverfilmung von Lewis Carrolls Klassiker "Alice im Wunderland" - nun können wir Alice erneut im Kino durch das Wunderland begleiten. Nachdem sie drei Jahre lang als Kapitän mit dem vom Vater geerbten Schiff die Meere besegelt hat, kommt Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) wieder in London an. Hier muss sie feststellen, dass ihre Mutter (Lindsay Duncan) die Dinge zu Hause gar nicht so geregelt hat, wie sie es sich vorstellt. Da die Herumsegelei ja sowieso nichts für Frauen sei, hat sie das Schiff an Lord Hamish Ascott überschrieben, und da Alice einst dessen Heiratsantrag ablehnte, droht ihr nun ein öder Bürojob statt Abenteuer. Gekränkt flüchtet sich Alice während einer Feier bei den Ascotts in einen verlassenen Raum des Anwesens ... und schwups dann durch einen Spiegel zurück in das Wunderland. Hier trifft sie auf alte Bekannte: das Weiße Kaninchen (Michael Sheen), Absolem (Alan Rickman), die Grinsekatze (Stephen Fry) und die Weiße Königin (Anne Hathaway). Dem Verrückten Hutmacher (Johnny Depp) aber geht es gerade sehr schlecht, denn er glaubt als einziger daran, dass seine Familie damals nicht im Feuer gestorben ist - was sich aber alle erzählen. Auch Alice glaubt ihm zuerst nicht, was ihn noch trauriger macht, was sich dann in Wut umkehrt. Hat er vielleicht doch recht? Die Weiße Königin schickt Alice zur Zeit (Sacha Baron Cohen), wo die Chronosphäre, eine Metallkugel im Inneren der Großen Uhr, eine Reise zurück in die Vergangenheit ermöglichen soll. Eine aufregende und auch beschwerliche Reise beginnt...

Gemessen an Tim Burtons Werk konnte "Alice im Wunderland" 2010 nicht so richtig überzeugen. Vielleicht auch deshalb hat er diesmal nicht erneut Regie geführt, stand Regisseur James Bobin (Muppets Most Wanted) aber als Produzent zur Seite und bemerkt: "Ein Produzent hat die Aufgabe, den Regisseur so gut zu unterstützen, wie er nur kann. Auf diese Weise kann man seine Leidenschaft für das Projekt ebenso gut zeigen. Ich mochte James sofort. Er ist smart, enthusiastisch und voller Energie. Und er brachte eine klare Vision mit. Er wusste, wo er mit der Geschichte und den Figuren hinwollte. Das war ideal, weil wir einen Regisseur benötigten, der einen ähnlichen Look und Ton treffen, die Geschichte aber auch mit einer anderen Haltung erzählen musste."

"Alice im Wunderland - Hinter den Spiegeln" erfüllt die somit gesunkenen Erwartungen durchaus. Auf dem Level des 2010er-Streifens wird eine solide Fortsetzung geboten, die gerade in 3D doch durchaus wieder Freude bereitet mit dem fantasievollen, bunten Wunderland und seinen Charakteren. Das eigentlich Highlight des Films ist aber die Zeit, nicht nur hervorragend gespielt von Sacha Baron Cohen, sondern auch gnadenlos in ihrer Art, und optisch bestens umgesetzt. Kann man schon gut schauen, den Film, wenn man sich einfach in bunten Bildern ohne zu viel Tiefgang unterhalten lassen möchte.



Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)