ALIEN:COVENANT
Darsteller:  Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride
Regie:  Ridley Scott
Dauer:  122 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  www.fox.de/alien-covenant
 

Nachdem Spiritus Rector Ridley Scott mit "Prometheus - Dunkle Zeichen" (2012), dem Prequel zur schon zu Kultstatus gekommenen "Alien"-Reihe auf den Regiestuhl zurückgekehrt war, bringt er uns jetzt die erste von drei geplanten Fortsetzungen nahe, die vorerst (ähnlich wie bei "Star Wars" weiß man ja nie) den Abschluss der legendären Serie bilden sollen.

Schwang bei allem Splatter und Schauder der ersten Reihe immer ernste Kritik an Gentechnik und biologischen Waffen mit, so wurde schon im Vorgänger "Prometheus" zusätzlich leise die Problematik Künstlicher Intelligenz angedeutet. Das erfährt jetzt nahtlos seine Fortsetzung, denn gleich in der ersten Einstellung erweist sich der Androide David (Michael Fassbender) in Gegenwart seines Schöpfers, dem Biowissenschaftler Weyland (Guy Pearce) als überaus wissbegierig.

10 Jahre später wird eine menschliche Kolonisierungsmission auf dem Weg zu ihrem Zielplaneten mit einem kryptischen Funkspruch konfrontiert, der von einem nahe gelegenen, bewohnbaren Planeten zu kommen scheint. Was spricht also dagegen, kurz einen Abstecher dahin zu machen, um nach dem Rechten zu sehen? Wer die "Alien"-Filme gesehen hat, wüsste darauf spontan eine Antwort, doch leider fehlt der Besatzung der Covenant derartiges Fachwissen, und so ordnet Captain Oram (Billy Crudup) kurzerhand eine Erkundungsexkursion an. Kaum angekommen, infizieren sich auch schon zwei Teammitglieder mit ortsansässigen Sporen, und der altbekannte Plot kann Fahrt aufnehmen.

Das ist keinesfalls abschätzig gemeint, birgt die Handlung doch auch dieses Mal wieder einiges an Spannung und verzichtet im Vergleich zum Vorgänger weitestgehend auf allzu verwirrende Gedankenspiele. Dafür konzentriert sich der Film wieder mehr auf seine Kernkompetenzen, nämlich die Bedrohung durch verschiedene, fein designte Entwicklungsstadien der Aliens, die wieder für jede Menge rasanter Splatter-Szenen sorgen. Den Streifen aber darauf zu reduzieren, wäre ungerecht, denn er hat mit der Auseinanderstzung der Androiden David und seiner Weiterentwicklung Walter (Michael Fassbender in einer Doppelrolle, die er meisterhaft verschlagen und undurchschaubar anlegt) durchaus einen philosophischen Denkansastz zur Künstlichen Intelligenz zu bieten, den er im Gegensatz zum etwas nebulös geratenen "Prometheus" doch sehr viel klarer formuliert.

So hat man nicht nur Freude an wieder einmal perfekt inszenierter Action, sondern bekommt tatsächlich genug Stoff geliefert, um sich neben all dem Horror seine Gedanken zur Entwicklungsrichtung der Menschheit zu machen.



Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)