ALL INCLUSIVE
Darsteller:  Vince Vaughn, Jean Reno, Jason Bateman, Kristin Davis, Kristen Bell
Regie:  Peter Billingsley
Dauer:  107 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Weblink:  www.all-inclusive-film.de
 

Was für ein Ferienparadies. Es bietet wirklich alles, was des Urlaubers Herz begehrt: kristallklares Wasser, weiße Sandstrände und ein Freizeitangebot, das „All Inclusive“ von Jetski bis Paragliding so ziemlich alles beinhaltet, was man sich vorstellen kann. Schade nur, dass unsere vier Pärchen von alldem nichts nutzen können und ihnen erst jetzt bewusst wird, worauf sie sich eingelassen haben.

Die Kombination von Urlaub und Eheberatung kam ihnen ja schon vorher etwas suspekt vor, aber die Verlockungen des Reiseprospekts und die Nöte des befreundeten Paares Cynthia und Jason, die verzweifelt versuchen ihre Ehe zu retten, ließen sie schließlich einwilligen. Dass dieses traumhafte Angebot des Veranstalters erst ab gewisser Gruppenstärke gilt, war ihnen ja klar, aber dass auch das stramme Eheberatungsprogramm für alle Teilnehmer eine Pflichtveranstaltung ist, stand eher im Kleingedruckten und wird ihnen erst vom strengen Reiseleiter/Oberaufseher beim ersten Abendessen richtig verklickert.

Soviel zu den Vorraussetzungen dieser seichten Hollywoodkomödie, die Mal wieder auf dem Mist von Vince Vaughn („Mein Schatz, ihre Familie und ich“,„Trennung mit Hindernissen“) gewachsen ist, der sich in letzter Zeit zu so etwas wie dem amerikanischen Mario Barth aufgeschwungen hat, indem er immer wieder Liebesbeziehungen und ihre kleinen bis großen Grabenkämpfe humoristisch seziert.

Hier verschlägt es den von ihm selbst verkörperten Dave mit seiner Frau und drei befreundeten Paaren also ins Urlaubsparadies und wenn sie vorher keine Beziehungsprobleme hatten, dann kriegen sie sie spätestens jetzt. Doch so gründlich wie das Setting erdacht wurde, fährt der Film auch gegen die Wand, denn dessen Verlauf ist in etwa so überraschend wie die Abfolge der Jahreszeiten. Dass dabei vom aufdringlichen, durchtrainierten Latino-Yogalehrer über Selbstfindungsseminare bis hin zu restriktiven Lagerregeln bezüglich des nahegelegenen Single-Resorts inklusive angedrohtem Strafausschluss ohne Reisekostenerstattung alle gängigen Klischees mit dem gewohnten Brachialhumor durchdekliniert werden, trägt da nicht gerade zum Sehvergnügen bei. Einzige Lichtblicke sind der wunderbare Jean Reno als wissender Esoterik-Guru Marcel und die durchaus feinhumorig ausgelegten Dialoge während der Psychotherapie-Sitzungen, die dann doch Freude bereiten können. Warum alle Frauen aber, wieviel Kinder sie laut Drehbuch auch immer bekommen haben mögen, dabei aussehen müssen wie geklonte beste Kundinnen von Schönheitschirurgen und Ernährungsberatern, bleibt das Geheimnis des Produktionsteams.

Wertung: 3 von 10 Punkten

(Mick)