ARGO
Darsteller:  Ben Affleck, Bryan Cranston, Alan Arkin, John Goodman
Regie:  Ben Affleck
Dauer:  120 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.argo-derfilm.de
 

Ben Affleck präsentiert als Regisseur in "Argo" nicht nur sich selbst als Hauptdarsteller, sondern auch eine wahre Geschichte. Nachdem der persische Schah Mohammad Reza Pahlavi nach mehr als 37 Jahren der Regierung zwischen Unterdrückung und Luxus durch die Islamische Revolution gestürzt wurde und sich im Januar 1979 in die USA absetzte, spitzte sich die Lage zwischen den beiden Ländern zu. Die Iraner unter der neuen Führung von Ayatollah Chomeini waren wütend, dass die USA dem Schah Exil gewährten - und stürmten am 4. November 1979 schließlich die US-Botschaft in Teheran. Hiermit startet der Film.

Militante Studenten nehmen insgesamt 52 Amerikaner als Geiseln, während sechs unerkannt aus der Botschaft fliehen können, um im Haus des kanadischen Botschafters Ken Taylor Unterschlupf zu finden. In den USA beginnen zeitgleich die Überlegungen, wie man die sechs Flüchtigen aus dem Iran holen kann - was nicht einfach ist, denn gegenübern Amerikanern existiert gerade nichts anderes als blanker Hass. Die Regierungen Kanadas und der USA bitten die CIA um Hilfe, und deren Agent Tony Mendez (Affleck) setzt sich schließlich mit einem Plan durch, einen Science-Fiction-Kinofilm zu erfinden, "Argo", der im Iran gedreht werden soll und wegen dem ein Location-Check vor Ort stattfinden muss - wobei die sechs Amerikaner dann als kanadische Filmcrew ausgegeben werden sollen, um mit ihm das Land zu verlassen. Obwohl die Chance gering ist, dass das Ganze funktioniert, wird das Projekt aus Ermangelung besserer Ideen gestartet...

"Argo" ist ein interessanter Film, schon alleine auf Grund der Tatsache, dass es die Befreiungsaktion wirklich gegeben hat - erst Ende der 90er haben sich die USA unter Clinton dazu bekannt, hier federführend aktiv gewesen zu sein. Am Ende hat man fast verdrängt, dass die USA hier nicht nur die bejubelte Retter-Nation sind, sondern durch den Sturz von Persiens erster demokratischer Regierung dem verhassten Schah-Regime erst die Tür geöffnet hatten - was auch nur kurz (aber immerhin) erwähnt wird. Was Affleck bestens gelingt, ist die Rekonstruktion des Look and Feel der damaligen Zeit. Kulissen, Kleidung und Kolorierung passen bestens, und obwohl man von Beginn an weiß, wie der Streifen ausgeht, ist es doch wirklich spannend, das Ganze mit anzuschauen.

Wertung: 8 von 10 Punkten



(Tobi)