Die Legende von Bagger Vance

D: Matt Damon, Will Smith, Charlize Theron, R: Robert Redford, 120 Min.

Wie der Titel schon sagt, geht es im neuen Film von Robert Redford (Regisseur und Produzent) um eine Legende, was die Handlung auch ins rechte Licht rückt, würde sie doch sonst ziemlich nach Münchhausen klingen - Legenden aber dürfen Wahrheitsanspruch entbehren. Rannulph Junuh (Matt Damon) war einst das bekannteste Gesicht der Kleinstadt Savannah in Georgia als aufstrebender Golfer, bevor der erste Weltkrieg auch ihn an die Front zog. Dort überlebte er zwar als einziger seiner Einheit, konnte dies jedoch nicht verarbeiten und kehrte nach Kriegsende weder zu seiner bildhübschen Freundin Adele (Charlize Theron), damals die reichste Tochter von Savannah, noch in die Stadt zurück. Zehn Jahre später, 1931, entschießt sich Junuh, sich wieder in die Heimat zu schleichen, ohne dass jemand Notiz davon nimmt, abgesehen von Adele, die ihn auf der Straße erkennt, mit der er aber nur einige flüchtige Worte wechselt, und dem kleinen Hardy (J. Michael Moncrief), der als großer Fan von Junuh selbst das Golfspielen erlernen möchte.
Die Zeiten haben sich inzwischen geändert, die große Depression brach über das Land herein und machte auch vor Savannah nicht Halt. Adele hat sich in den Kopf gesetzt, trotzdem den Traum ihres inzwischen verstorbenen Vaters zu verwirklichen, den schönsten und größten Golfplatz im Süden der Staaten zu bauen. Um öffentliches Interesse zu wecken, überredet Adele die beiden bekanntesten Golfer dieser Zeit, Walter Hagen (Bruce McGill) und Bobby Jones (Joel Gretsch), in Savannah gegeneinander um 10.000 Dollar Preisgeld anzutreten. Da die Stadtväter diesem Event in solchen Tagen nur zustimmen wollen, wenn auch ein lokaler Golfer an dem Schaukampf teilnimmt, wird Junuh nach anfänglicher Ablehnung von Hardy und Adele überredet, den Schläger wieder in die Hand zu nehmen. Hierbei vermisst er anfangs seinen alten Schwung, bis aus dem Nichts (wo spätestens die Legende ansetzt) plötzlich Bagger Vance (Will Smith) auftaucht, der bei Junuh als Caddie anheuert und ihm auf ungewöhnliche Weise in Golf und Leben zum Comeback verhilft.
Robert Redford hat einen typischen Hollywood-Streifen in groß aufgemachter Manier geschaffen, der Dramatik, leicht erzwungene Romantik, Mystik und nicht zuletzt Golfsport vereint. Gefallen findet man an der Kameraarbeit von Michael Ballhaus, an der wunderbaren Charlize Theron, an Will Smith in einer leisen Rolle, an der geschickten Einspieltechnik bei Kriegs- und Depressionsszenen, an schönen Naturaufnahmen und an einigen witzigen Dialogen. Insgesamt jedoch bleibt der Film im Mittelmaß stecken durch seine Handlung, die mehr und mehr an Realismus verliert, wo vor allem die Szenen zwischen Junuh und Adele krampfhaft herbeigeschrieben erscheinen. Die damals wirklich existenten Hagen und Jones helfen dann auch nicht mehr, einen wirklich an die Legende von Bagger Vance glauben zu lassen. So bleibt der Film in der Kategorie der netten Unterhaltung stecken.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Tobi)