MR. BEAN MACHT FERIEN
Darsteller:  Rowan Atkinson, Max Baldry, Willem Dafoe
Regie:  Steve Bendelack
Dauer:  89 Minuten
 

Man mag es kaum glauben, aber es ist nun tatsächlich schon zehn Jahre her, dass uns Mr. Bean (Rowan Atkinson) mit seinem ersten Auftritt auf der großen Leinwand beehrt hat. Und bei dem damaligen Erfolg, war es nur eine Frage der Zeit, wann sein zweites Kinoabenteuer folgen würde.

Zehn Jahre hin oder her, hier ist er also wieder, der tolpatschige, wortkarge Engländer, den das Drehbuch diesmal auf eine Reise nach Südfrankreich schickt, die er bei einer Tombola seiner heimatlichen Kirchengemeinde samt Digitalkamera für die Dokumentation gewinnt.

Gerade die spielt eine tragende Rolle in dem Film, ist ihr Gebrauch doch erstmal ursächlich dafür, dass er auf seiner Fahrt nicht lange allein bleibt. Beim kurzfristig bei der Zugabfahrt in Paris gestarteten Videodreh auf dem Bahnsteig bleibt nämlich der Vater des kleinen Stepan (Max Baldry) auf der Strecke und beschert so Mr. Bean durch seine moralische Verpflichtung zur Familienzusammenführung eher unfreiwillig einen Reisebegleiter. Und das erweist sich als geschickter Schachzug der Drehbuchautoren, denn es ist das Verhältnis der beiden zueinander, das den Film über weite Strecken trägt. An den Slapstick-Einlagen des Mr. Bean, die man ja auch schon zur Genüge kennt, hat man sich doch recht bald satt gesehen aber in Verbindung mit diesem Roadmovie treten sie dann nicht mehr ganz so geballt auf. Auch wenn sie hin und wieder für Schmunzeln sorgen, ist halt doch manchmal weniger mehr.

Man darf dann verfolgen, wie sich die beiden nach anfänglichen Streitigkeiten zusammenraufen und fortan als Team versuchen, das beste aus ihrer misslichen Situation zu machen. Überhaupt spielt sich der kleine Max sofort in das Herz des Betrachters, denn er weiß nicht nur seinen Kinderbonus zu nutzen, sondern bringt auch schon das gesamte Repertoire an Emotionen überaus glaubhaft rüber und bildet so etwas wie den ruhigen Gegenpol für den zappeligen Rowan Atkinson. Bei ihrer Reise nach Cannes überstehen sie so das eine oder andere Unglück, lernen nebenbei die attraktive Schauspielerin Sabine (süß: Emma de Caunes) als weitere Wegbegleiterin kennen und bringen einem außerdem das einmalige Flair eines wunderbaren Sommers in Südfrankreich ins Kino. Da verzeiht man schon mal die eine oder andere Zappel-Einlage.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)