BEIM ERSTEN MAL
Darsteller:  Katherine Heigl, Seth Rogen, Leslie Mann, Paul Rudd
Regie:  Judd Apatow
Dauer:  129 Minuten
FSK:  Freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/beimerstenmal
 

Er: ungepflegter, unambitionierter Rumsumpfer. Sie: gestylte, aufstrebende Fernsehmoderatorin. Soll diese Kombination zusammen im Bett landen, muss schon eine Menge Alkohol im Spiel sein, meint man.

Und tatsächlich, es ist ein feuchtfröhlicher Abend in einem Club, an dem sich Ben (Seth Rogen) und Alison (Katherine Heigl) über den Weg laufen. Dank Bens charmanter, sympathischer Art kommen die beiden schnell ins Gespräch, aber es bedarf schon einiger Drinks, dass sie ihn anschließend mit nach Hause nimmt.

So kommt was kommen muss, warum denn sonst dieser Titel? Den One-Night-Stand samt elegantem Lebewohl beim Frühstück hinter sich gebracht, muss Alison erfahren, dass sie schwanger ist. Das stellt das Leben der Mittzwanzigerin, die gerade ihre TV-Karriere richtig starten wollte, komplett auf den Kopf. Und dann ist der Vater auch noch dieser kauzige Nichtsnutz Ben, dessen Bekanntschaft sie eher als Unfall betrachtet und den sie eigentlich nie wiedersehen wollte. Doch wie es der Anstand gebietet, wird zumindest erstmal mit ihm Rücksprache gehalten, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Und dabei zeigt er sich mit der Situation ähnlich überfordert wie sie, reagiert aber überaus verständnisvoll.

So werden die eingangs so schön aufgebauten Stereotypen erstmals mächtig angekratzt, denn Ben erweist sich trotz seines wenig erfolgreichen Berufslebens schon bald als überaus toleranter Mensch, der durchaus bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Dadurch bekommt die Komödie sehr schnell einige ernste Zwischentöne, auf die es sich zu hören lohnt.

Allein die Probleme, die ein total umgekrempeltes Leben als unerfahrenes werdendes Elternpaar mit sich bringt, nachdem sich die beiden entschlossen haben, das Kind zu bekommen, sorgen schon für die eine oder andere unweigerlich amüsante Situation. Diese werden jedoch von Regisseur Judd Apatow mit feinem Gespür inszeniert, der damit die Gratwanderung mit der ständigen Gefahr des Abgleitens in einen Humor der derberen Art bravourös meistert. Doch darüberhinaus kriegt man noch ein Lehrstück über das Geben und Nehmen in Beziehungen, speziell mit erwartetem Nachwuchs, und die wirklich wichtigen Dinge des Lebens geboten, das einen immer wieder zum Nachdenken anregt.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Mick)