Being John Malkovich

D: John Cusack, Cameron Diaz, Catherine Keener, John Malkovich, R: Spike Jonze, 113 Min.

Hach, ist das schön. man kommt aus dem Kino und schmunzelt noch Stunden später, nicht nur über einzelne Szenen, sondern über die gesamte Idee dieses Film generell. Wovon aber erzählt ein Streifen, der den Namen eines bekannten Schauspielers im Titel trägt? Eine verfrühte Biographie? Keinesfalls.
Craig Schwartz (John Cusack) ist Puppenspieler mit Leib und Seele. In seinen kunstvollen Darbietungen und seinen liebevoll gefertigten Figuren geht er voll auf, dies ist sein Leben. In der etwas größeren Welt teilt er selbiges mit seiner Ehefrau Lotte (Cameron Diaz), die immer mehr Viecher aus ihrem kleinen Tiergeschäft mit nach Hause bringt und auch sonst eher eine leicht dümmliche, unattraktive Öko-Tante ist. Genervt von der Puppenspieler-Leidenschaft ihres Mannes fordert sie ihn auf, sich endlich einen festen Job zu suchen. Beim Durchschauen der Zeitung sticht Craig eine Anzeige ins Auge, in der jemand mit Fingerfertigkeiten gesucht wird, und so entscheidet er sich , es dort zu versuchen. Er landet in Etage 7 1/2 eines Hochhauses, die einst aufgrund einer Beschwerde einer kleinwüchsigen Lady vom Architekten eingefügt wurde und für Normalwüchsige schichtweg viel zu tief angelegt ist, so dass man sich dort ständig gebückt fortbewegen muss. Ein kurzes Vorstellungsgespräch beim skurrilen, abgedrehten Chef, und Craig hat den Bürojob. Hier lernt er auch die attraktive Maxine (Catherine Keener) kennen, in die er sich sofort verguckt, kein Wunder, ist sie doch das absolute Gegenteil zu seinem Mauerblümchen zu Hause. Jede Anmache ist umsonst, Maxine lässt ihn abblitzen. Was das alles mit John Malkovich zu tun hat? Moment noch!
Eines Tages rutscht Craig eine Akte hinter den Schrank, und als er diesen weg rückt, da entdeckt er einen geheimen Tunnel. Er kriecht hinein und - schwups - landet direkt in John Malkovich. Er sieht mit Johns Augen und erlebt für 15 Minuten alles mit dem Schauspieler. Dann fällt er aus diesem Zustand heraus und plumpst direkt auf ein Rasenstück an einem Straßenrand außerhalb New Yorks. Was für ein Erlebnis. Natürlich glauben ihm weder Lotte, noch Maxine, bis sich beide selbst davon überzeugen, dass man durch den Tunnel in John Malkovich reisen kann. Was tun? Vermarkten, genau. Craig und Maxine gründen die "J.M. Inc." und lassen nach Dienstschluss für 200 Dollar Erlebnishungrige durch den Tunnel krabbeln, um sie dann am Straßenrand wieder aufzulesen. Kritisch wird es, als Maxine im realen Leben John Malkovich verführt, in dem gerade Lotte steckt, denn an diesem Spiel finden sie großes Vergnügen. Der Schauspieler selbst merkt schließlich, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmt, und steht irgendwann selbst bei der "J.M. Inc.", um durch den Tunnel zu kriechen...
"Being John Malkovich" ist ein großartiger Film mit einer wahnwitzigen, ideenreichen Story, die von der ersten bis zur letzten Minute Spaß bereitet. John Cusack als alternativer Puppenspieler, Cameron Diaz mit Mut zur Hässlichkeit, Catherine Keener als kühle, verführerische Femme Fatale (hierfür sogar oscarnominiert) und nicht zuletzt John Malkovich als John Malkovich spielen absolut überzeugend. Die Handlung ist alles andere als schon einmal dagewesen, sehr erfrischend, sehr einfallsreich. Ein Streifen, den man nur empfehlen kann.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)