DIE LEGENDE VON BEOWULF
Darsteller:  Ray Winstone, Anthony Hopkins, John Malkovich
Regie:  Robert Zemeckis
Dauer:  114 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  www.beowulf-derfilm.de
 

Älter noch als die Nibelungensage ist sie, die Legende von Beowulf, der ebenfalls als starker Held Drachen und Dämonen trotze und die Herzen der Damen im Sturm eroberte. Verfilmt wurde sie nun von Robert Zemeckis, bekannt für spektakuläre Filme - früher "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" oder "Zurück in die Zukunft", später dann "Forrest Gump" oder "Cast Away – Verschollen". Dass Zemeckis Spaß daran hat, neue Techniken auszuprobieren, zeigte er mit Streifen wie "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" als Mixtur aus Real- und Zeichentrickfilm oder zuletzt "Der Polarexpress". Letzterer war ein Performance-Capture-Film - nicht nur die Bewegungen realer Akteure wurden wie bei Motion-Capture in den Computer eingelesen, sondern auch ihre Mimik, so dass ein Animationsfilm mit realen Zügen enstand, denn die Figuren konnten nun auch Gefühle transportieren. "Die Legende von Beowulf" hat Zemeckis erneut in diesem Verfahren umgesetzt.

Der Film handelt vom dänischen König Hrothgar, in dessen Reich das riesige, hässliche Monster Grendel Angst und Schrecken verbreitet. Zumeist hält sich Grendel zwar zurück, aber als das Volk gerade die neue Festhalle mit einer zünftigen Feier einweiht, fühlt er sich vom Lärm gestört und kommt aus den Bergen hinab, verwüstet den Raum, tötet und verschlingt nicht wenige der Bewohner, ganz egal, ob schwaches Weib oder starker Krieger. Nur mit Hrothgar selbst will Grendel nicht kämpfen, ihn verschont er. Der in die Jahre gekommene König ist des Ganzen überdrüssig, auch weil sich die Schmach schnell über die Grenzen des Königreichs hinweg verbreitet, und so verspricht er demjenigen, der das Monster besiegt, die Hälfte seiner Reichtümer. Über die Meere kommt Beowulf mit seinen gotischen Kriegern zur Hilfe und stellt sich Grendel zum Kampf - auf etwas ungewöhnliche Weise, lieber nackt als im Kettenpanzer (die an Austin Powers erinnernde Dauer-Verdeckung seiner Kronjuwelen wird hierbei allerdings etwas übertrieben). Als er Grendel schließlich im Kampf besiegt, wird schnell klar, dass es hier um weit mehr geht und der böse Zauber hiermit noch nicht besiegt ist - denn da gibt es noch Grendels Mutter, die sich an Beowulf rächt, indem sie die meisten seiner Mannen im Schlaf umbringt. Der Kampf geht weiter - doch es ist nun nicht mehr nur ein Kampf gegen Dämonen, sondern auch gegen die Lust, die Gier nach Macht, das eigene Ich...

Der Film ist gut gemacht - die Handlung ist kurzweilig und auch tiefgründiger als sie anfangs erscheint. Die in Performance-Capture eingefangenen Akteure sind klar erkennbar, auch in ihrer Gestik: Anthony Hopkins als Hrothgar, Robin Wright Penn als seine junge und unglückliche Frau Wealthow, John Malkovich als Hrothgars treuester Krieger Unferth, Ray Winstone als Beowulf und nicht zuletzt die auch in Performance-Capture atemberaubende Angelina Jolie als Grendels Mutter. Ein besonderer Spaß ist es, den Film in 3D zu sehen, wo es sehr viel Spaß bereitet, wenn die Schwertklinge fast greifbar in den Saal ragt, beim Kampf die Fetzen einem entgegen fliegen oder man mit den Ratten über's Dachgebälk läuft. Wer die Chance hat, den Film so zu erleben, sollte dies tun.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)