BIBI & TINA - TOHUWABOHU TOTAL
Darsteller:  Lina Larissa Strahl, Lisa-Marie Koroll, Lea van Acken, Louis Held
Regie:  Detlev Buck
Dauer:  110 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  bibiundtina-derfilm.de
 

Gerade noch auf schauspielerischen Abwegen unterwegs, um seine Tochter bei ihrem Erstling ("Ferien", 2016) zu unterstützen, widmet sich Detlev Buck jetzt also wieder dem Kerngeschäft. Und das besteht seit Jahren vor allem aus der Fortsetzung der "Bibi & Tina"-Reihe, deren Teile fortlaufend ein immer größeres Publikum anzogen und mit 2 Millionen Besuchern in Episode drei ungeahnte Höhen erklommen. Dieser einschlägige Erfolg gibt Buck definitiv recht, denn die drei vorangegangenen Teile sind damit mit Sicherheit zu den erfolgreichsten deutschen Kinderfilmen zu zählen. Jetzt also Teil vier und, glaubt man den Beteuerungen der Produktionsfirma, der unabwendbare Abschluss der so beliebten Serie. Alles andere allerdings wäre tatsächlich eine große Überraschung, sind die beiden prägenden Hauptdarstellerinnen doch längst den Kinderschuhen entwachsen, und wäre eine Neubesetzung wohl allzu gewöhnungsbedürftig.

Für Bibi (Lina Larissa Strahl) und Tina (Lisa-Marie Koroll) wird es diesmal jedenfalls ziemlich politisch, denn sie treffen bei einem ihrer Ausritte auf den Ausreißer Aladin, der auf der Flucht vor drei finsteren Schergen auf ihre Hilfe angewiesen ist. Allerdings entpuppt sich der relativ schnell als Ausreißerin Adea (Lea van Acken), die vor ihrer albanischen Sippschaft und der von ihr geplanten Zwangsheirat in der Heimat davonläuft. Die können unsere Heldinnen natürlich keinesfalls zulassen und schlittern somit geradewegs in ihr nächstes Abenteuer.

Das ist wirklich kurzweilig inszeniert, sieht man mal darüber hinweg, dass der Plot von Anfang an vor Stereotypen nur so überquillt und so ziemlich jede Gelegenheit zur political correctness wahrnimmt, die sich irgendwie bietet, ob sie nun gerade passt oder nicht. So schließen sich den Dreien auf ihrem Weg ausgerechnet zwei syrische Flüchtlingsjungs an, und in einer Parallelhandlung gabelt Freund Alex (Louis Held) eine schwarzafrikanische Gypsy-Band auf, die er kurzerhand auf Schloss Falkenstein einlädt. Kinderaugen mögen das vielleicht anders wahrnehmen, aber das deutliche Übermaß an zufälliger Solidarität schießt dann doch ein wenig über das Ziel hinaus und sorgt damit für den einen oder anderen Stoßseufzer.

Nichtsdestotrotz wird der Zielgruppe sicherlich eine verlässliche Richtlinie für soziales Verhalten und das Recht auf Selbstbestimmung an die Hand gegeben, die noch dazu in eine rasante Handlung verpackt ist, welcher auch die Kleinsten ohne politische Vorbildung problemlos folgen können. Dafür, dass dabei manche Wendung recht angestrengt wirkt, und die finale Problemlösung geradezu aus heiterem Himmel fällt, entschädigt der eine oder andere gelungene Gag dann allemal. Der Seitenhieb mit dem skrupellosen Baulöwen Dirk Trumpf aufs aktuelle Tagesgeschehen jedenfalls kommt an, und schließlich machen die von Peter Plate und Ulf Leo Sommer beigesteuerten Songs wieder richtig Spaß.



Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)