DIE IRRE HELDENTOUR DES BILLY LYNN
Darsteller:  Joe Alwyn, Kristen Stewart, Vin Diesel, Chris Tucker
Regie:  Ang Lee
Dauer:  112 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.BillyLynn.de
 

Von Regisseur Ang Lee haben wir schon viele tolle Filme gesehen. Nicht nur "Life Of Pi: Schiffbruch mit Tiger" und "Brokeback Mountain", für die er jeweils einen Oscar mit nach Hause nehmen durfte, wussten zu begeistern, auch Filme wie "Sinn und Sinnlichkeit" oder "Tiger And Dragon" überzeugten. Mit "Die irre Heldentour des Billy Lynn" hat er nun einen Bestsellerroman von Ben Fountain verfilmt, als erster überhaupt mit 120 Bildern/Sekunde in 3D bei 4K HD-Auflösung. Schärfer geht es nicht, besser aber schon.

Wir begleiten den 19-jährigen Soldaten Billy Lynn (Joe Alwyn). Im Irakkrieg wurde er zum Helden, als gefilmt wurde, wie er voller Mut versucht, seinen verwundeten Sergeant Virgil "Shroom" Breem (Vin Diesel) zu retten. Nun ist Billy wieder zu Hause, und wie es in Amerika nun mal ist, wird der Held herum gereicht, schüttelt viele fremde Hände, tritt mit seinen Kameraden in Fernseh-Talkshows auf und soll auf der landesweiten Siegestour auch während der spektakulären Halbzeit-Show eines Football-Spiels der Dallas Cowboys an Thanksgiving eine Rolle spielen. Nur seine Schwester Kathryn (Kristen Stewart) scheint zu merken, dass Billy eher Ruhe braucht als all den Rummel, und so bietet sie ihm ihre Hilfe an, dem Ganzen zu entfliehen, auch langfristig. Wie aber soll gerade er, der große Held, das tun - will er doch selbst bei diesem Kampf mit den Medien seine Kollegen der "Bravo Squad" nicht im Stich lassen. Getrieben vom Cowboys-PR-Verantwortlichen Josh (Ben Platt) and Filmproduzent Albert Brown (Chris Tucker), der an diesem Abend einen lukrativen Filmvertrag für die Squad mit Cowboys-Eigner Norm Oglesby (Steve Martin) unter Dach und Fach bringen will, macht Billy das Geplante mit, ohne zu merken, wie die Helden-Tour immer mehr zur Tortur für ihn und seine Kameraden wird, die mehrfach zu eskalieren droht.

Die Handlung klingt gar nicht uninteressant, und das ist sie auch nicht - sie wird aber hier viel zu langatmig erzählt. Während es sonst eine Stärke von Lee war, seine Zuschauer emotional zu fesseln, gelingt dies hier nicht, und so plätschert der Streifen oftmals vor sich hin, an der schmalen Grenze zur Langeweile hin und her wankend. Die Schauspieler möchte ich hierbei von Schuld freisprechen, denn sowohl die gestandenen Recken als auch die junge Garde um Joe Alwyn spielen gut. Schade, gerade das sensible Thema Kriegsbewältigung gibt doch einiges her und ist in Streifen wie "American Sniper" ja auch kürzlich erst packend vermittelt worden.



Wertung: 5 von 10 Punkten

(Tobi)