Blair Witch 2

D: Tristen Skylar, Stephen Barker Turner, Jeff Donovan, R: Joe Berlinger, 95 Min.

Das Konzept des letztjährigen "Blair Witch Project", die breite Masse durch eine im Internet verbreitete Legende über die Hexe von Blair im Zweifel zu lassen, ob das zu sehende Material nun wirklich von verschwundenen Studenten auf der Suche nach besagter Hexe stammt oder ein normaler Film ist, kann bei der Fortsetzung natürlich nicht mehr funktionieren. Umso geschickter, wie "Blair Witch 2" sich um den Erfolg des ersten Teils herum inszeniert, ihn zu Beginn aufgreift, sogar in puncto Merchandising karikiert, und zum Ausgangspunkt des Sequels macht. In der Kleinstadt Burkittsville in Maryland ist seit dem überraschenden weltweiten Erfolg von "Blair Witch Project" nichts mehr wie zuvor. Menschenmassen, vor allem Grufties aller Herren Länder und Fans des Films, pilgern in die Stadt, wo inzwischen jeder mit eigenen Devotionalien versucht, Geld zu machen. Tristen, Stephen, Kim und Erica haben sich beim in der Stadt sehr zwielichtig angesehenen Jeff für eine Tour durch die Wälder, in denen das "Blair Witch Project" gedreht wurde, angemeldet. Da Videoaufnahmen im Film eine große Rolle gespielt hatten, sind Kameras auch diesmal mit von der Partie. Abends schlägt man das Lager nahe dem Haus von Rustin Parr auf, dem Einsiedler, der für den Mord an sieben Kindern gehängt wurde. Mit Heavy Metal und Alkohol vertreibt man sich die Nachtstunden. Als die Gruppe allerdings am nächsten Morgen erwacht, ist nichts mehr, wie es war. Die Aufzeichnungen flattern in Fetzen durch die Luft, die Kameras sind demoliert, die Bänder verschwunden, werden aber auf merkwürdige Weise wiederentdeckt. Den fünf verstörten Campern fehlt jegliche Erinnerung an die letzten fünf Stunden, und so kehren sie in Jeffs abgelegenes Lagerhaus ein, um sich anhand der Videotapes Klarheit zu verschaffen, was passiert sein könnte. Das Unheil nimmt seinen Lauf, es entwickelt sich ein Psychothrill der besonderen Art, bei dem alle mehr und mehr an den anderen und sich selbst zweifeln und ins Irre abdriften.
Als Fortsetzung ist "Blair Witch 2" prima gelungen, gerade weil er völlig anders ist als der erste Teil. Hätte man wieder die ganze Zeit wackelnde Handkamera-Aufnahmen gesehen, so wäre dies langweilig gewesen, so aber, mit dieser geschickt aufgezogenen Story und dem wirklich mehr und mehr auf die Psyche schlagenden Wahnsinn innerhalb der Gruppe, nimmt der Film einen wieder gefangen. Eine von Marilyn Manson zusammengestellte Musikauswahl tut ihr übriges, dem Film, vor allem am Anfang, die richtige Stimmung zu verleihen. Fazit: besser als erwartet.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)