BLAIR WITCH
Darsteller:  James Allen McCune, Callie Hernandez, Brandon Scott
Regie:  Adam Wingard
Dauer:  109 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  blairwitch-film.de
 

17 Jahre ist es her, dass "The Blair Witch Project" die Fans von Psychoschockern und Horror zu Scharen ins Kino gelockt hat. Im Vorfeld wurde das Ganze marketingtechnisch überragend inszeniert, so dass einige tatsächlich daran glaubten, bei dem komplett mit Handkamera gedrehten Film handle es sich um einen Zusammenschnitt von realen Szenen aus in einem verlassenen Wald im US-Bundestaat Maryland gefundenem Videomaterial aus dem Jahr 1994. Damals begaben sich die Filmstudenten Heather, Joshua und Michael in den Black Hills Forest, um eine Dokumentation über den Mythos der Blair Witch, der laut Legende dort ihr Unwesen treibenden Hexe, zu drehen - und kehrten nie zurück. Nachdem der Schocker bei lediglich 60.000 Dollar Produktionskosten weltweit 250 Millionen Dollar einspielte, war es kein großes Wunder, dass eine Fortsetzung gedreht wurde. "Book of Shadows: Blair Witch 2" kam 2000 in die Kinos, war allerdings als konventionell gedrehte Geschichte über Touristenführungen in den Schauerwald enttäuschend, heimste dann auch eine "Goldene Himbeere" als schlechteste Fortsetzung ein.

So dauerte es erstaunlich lange, bis nun eine erneute Fortsetzung vorliegt, bei der sich die Macher daran erinnert haben, was neben der guten Marketingstrategie den Reiz des Originals ausgemacht hat - die Handkamera des sogenannten "Found Footage". 20 Jahre nach dem Verschwinden seiner Schwester Heather findet James (James Allen McCune) auf einem Online-Videoportal Material von einem jungen Mann, der angibt, dass er Speicherkarten und DV-Tapes im Black Hills Forest gefunden hat. Da James der Meinung ist, in einer Szene seine Schwester in einem verfallenen Haus erkennen zu können, macht er sich zusammen mit seinen Freunden Peter (Brandon Scott), Ashley (Corbin Reid) und der Filmstudentin Lisa (Callie Hernandez) auf den Weg, seine Schwester zu suchen. Zusätzlich zu einer normalen Kamera hat Lisa den Trupp bestens mit am Ohr installierten, kleinen Kameras ausgestattet, so dass jeder von ihnen Material für einen geplanten Dokumentarfilm über ihre Suche liefern kann, und eine Drohne ist zudem noch mit im Gepäck. Dass sich Lane (Wes Robinson), der das Material hochgeladen hatte, zusammen mit seiner Freundin Talia (Valorie Curry) der Expedition anschließt, war weder so geplant noch gewünscht, aber er besteht darauf, sonst würde er James nicht sagen, wo genau er die Datenträger gefunden hat. So machen sie sich also zu sechst auf in den Wald, der im Hellen noch ganz friedlich erscheint, was sich dann nachts aber deutlich ändert...

Regisseur Adam Wingard ("V/H/S", "You're Next") hat zusammen mit den Produzenten Roy Lee ("The Ring", "The Grudge"), Steven Schneider ("Paranormal Activity"), Keith Calder und Jessica Wu ("You're Next", "The Guest") eine solide Fortsetzung des "Blair Witch Project" erschaffen, die weit besser ist als der damalige zweite Teil. Durch die verwackelten Aufnahmen des Found Footage entsteht automatisch wieder ein Gefühl von Realität und als Zuschauer versetzt man sich in die Filmer hinein. Nachdem es gemächlich los geht, steigt der Thrill dann mit einbrechender Dunkelheit, und auch wenn es dann nochmal einen Tag im Schnelldurchlauf zu erleben gibt, spielt sich dann doch fast alles nur noch im besorgniserregend Dunklen ab, mit vielen dann auch sehr einfach zu liefernden Schockeffekten, bösen Geräuschen, und natürlich Schreien. Das Ganze funktioniert als wieder, aber die Handlung packt einen nicht mehr so wie beim "Blair Witch Project", irgendwie wirkt alles auch steriler und inszenierter als damals. In der Masse vieler gleichartiger Schocker mal wieder was anderes, aber bei weitem nicht so gut wie das Original.



Wertung: 6 von 10 Punkten



Wir verlosen zum Kinostart drei Fanpakete, bestehend aus einer Blu-ray des legendären "The Blair Witch Project" und einem Pin. Wer an dieser Verlosung teilnehmen möchte, der klicke einfach hier. Einsendeschluss ist der 6. Dezember 2016. Viel Glück!

(Tobi)