Bossa Nova

D: Amy Irving, Antonio Fagundes, Alexandre Borges, R: Bruno Barreto, 95 Min.

Familienklüngel der gelungenen Art. Im neuen Film des brasilianischen Regisseurs Bruno Barreto spielt seine amerikanische Ehefrau Amy Irving (früher die Frau von Steven Spielberg, bekannt aus "Yentl" oder "Harry außer sich") wieder mal die Hauptrolle, wie ja bereits auch schon in "Die Stärke der Macht" und "Acts Of Love". Damit nicht genug, denn als Produzenten des Streifens trugen Brunos Eltern Lucy und Luis ebenfalls eine Menge zum Gelingen bei.
"Bossa Nova" ist ein schöner Film, der die Geschichten mehrerer Personen in Rio de Janeiro erzählt, im Endeffekt sind sie alle irgendwie miteinander verknüpft. Im Zentrum stehen die Englischlehrerin Mary Ann (Amy Irving) und der Anwalt Pedro Paulo (Antonio Fagundes). Dieser will seine Ex-Frau Tania (Debora Bloch) zurück bekommen, die ihn nach sieben Jahren Ehe wegen eines Tai-Chi-Lehrers verlassen hat. Mary Ann ist nicht auf der Suche nach dem anderen Geschlecht, denn seit dem Tod ihres Mannes, eines brasilianischen Piloten, hat sich die ehemalige Stewardess eher abgeschottet. Im Gebäude ihrer Sprachschule befindet sich auch die Schneiderei von Juan (Alberto De Mendoza), Pedro Paulos Vater, der gerade vor Gericht einen schwierigen Scheidungsprozess ausfechtet, in dem sein Sohn ihn vertritt. Eines Tages trifft Pedro Paulo Mary Ann im Fahrstuhl und verliebt sich sofort in sie. Was tun? Na klar, ein paar Tage später sitzt er in ihrem Englischkurs und beginnt, sie auf zurückhaltende, höflichste Weise zu umwerben.
Wen gibt es noch? Den Fußballstar Acacio (Alexandre Borges), der vor seinem Wechsel nach Manchester noch Privatunterricht bei Mary Ann nimmt (wobei es ihm bald mehr um Schimpfworte geht, um sich auf dem Platz behaupten zu können), und seinen schwergewichtigen Manager. Pedros Halbbruder Roberto (Pedro Cardoso), der sich in die hübsche, junge Kanzleigehilfin Sharon (Giovanna Antonelli) verguckt hat. Mary Anns Freundin Nadine (Drica Moraes), die sich per Internet in den Künstler Gary aus New York verliebt hat und ihn unbedingt kennen lernen will, weshalb sie sich im Reisebüro, wo Tania arbeitet, von dieser bezüglich eines Flugs nach Amerika beraten lässt. Leider haben weder sie noch Gary sich beim Chatten an Wahrheiten gehalten, und so wird das erste Treffen, als Gary (Stephen Tobolowsky), der eigentlich Trevor heißt, eine Halbglatze hat und ganz und gar kein Künstler ist, plötzlich nach Rio kommt, leicht chaotisch.
All diese Personen mit ihren Geschichten sind wunderbar miteinander verbunden, und auch wenn dies ja nun alles andere als reell scheint, es spielt absolut keine Rolle, viel zu nett ist die Story von "Bossa Nova" erdacht und in Szene gesetzt. Die Stimmung des Films ist einfach schön, was natürlich auch an der grandiosen Kulisse Rio de Janeiros liegt, untermalt von großartiger Bossa Nova-Musik. Ein Film, den man sich gerne anschaut, der viel Wärme ausstrahlt und die ganze Zeit lang Spaß macht, als romantische Komödie sehr gut gelungen.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)