BOY A
Darsteller:  Andrew Garfield, Peter Mullan, Katie Lyons
Regie:  John Crowley
Dauer:  100 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  www.boyamovie.info
 

Von den 24 Jahren seines Lebens hat Jack (Andrew Garfield) die letzten 14 im Gefängnis verbracht, nachdem er als zehnjähriger Junge an einem schweren Verbrechen beteiligt war, welches damals die Öffentlichkeit erschüttert hat. Als "Boy A" kennt England ihn aus den Medien, und so sollen sie ihn am besten auch in Erinnerung behalten, denn sein neues Leben nach dem Knast beginnt er ohne deren Wissen. Eigentlich heißt Jack auch nicht Jack, aber um überhaupt eine Chance auf ein normales Leben zu haben, erhält er am Tag seiner Freilassung vom väterlichen Bewährungshelfer Terry (Peter Mullan) eine neue Identität. Da ist er also in Freiheit und weiß zuerst gar nichts mit ihr und generell mit sich anzufangen - Jack muss erst einmal wieder lernen, zu leben. Mit Terrys Hilfe findet Jack einen Job in einem Logistikunternehmen, und hierüber dann trotz schwerer anfänglicher Verklemmtheit auch wieder Freunde und mit seiner Kollegin Michelle (Katie Lyons) auch bald eine Freundin. Jack ist beliebt und beginnt, sich zu öffnen - wobei Terry ihn warnt, er dürfe nie über die vergangene Zeit und seine wahre Identität sprechen. Denn die Presse hat mitbekommen, dass Boy A auf freiem Fuß ist und nun natürlich zum Ziel, ihn zu finden...

"Boy A" ist als Verfilmung des gleichnamigen preisgekrönten Romans von Jonathan Trigell ein emotional sehr packendes Drama, das nicht umsonst der große Gewinner der britischen BAFTA TV-Awards war, bei denen er sieben Mal nominiert und in vier Kategorien ausgezeichnet wurde – unter anderem John Crowley für die Beste Regie und Andrew Garfield als Bester Darsteller. Im Panorama der Berlinale 2008 erhielt "Boy A" den Preis der ökumenischen Jury. In England also als TV-Film gedreht hat der Streifen in jedem Fall Klasse und Format für die Kino-Leinwand. Die Handlung nimmt einen gefangen und die schwierige Resozialisierung in Verbindung mit dem Thema Jugendgewalt macht einen nachdenklich. Hinzu kommt der überragend spielende Newcomer Andrew Garfield. Klasse Film - wer nicht nur auf nettes Popcorn-Kino steht, wird hier bestens bedient!

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)