CARS
Computer-Animation
Regie:  John Lasseter
Dauer:  116 Minuten
Weblink:  www.cars-derfilm.de
 

Der Werbeslogan "von den Machern von 'Die Unglaublichen' und 'Findet Nemo'" stimmt nur in soweit, dass es sich wieder um eine Pixar-Produktion handelt - und doch verspricht er nicht zuviel. Erstmals seit dem genialen "Toy Story 2" aus dem Jahr 1999 hat John Lasseter wieder Regie geführt, wollte sich dieses Animations-Projekt über Autos auch nicht entgehen lassen. "Ich habe Autos immer schon geliebt. In einer meiner Schlagadern fließt Disney-Blut, in der anderen Motoröl. Die Idee, die zwei großen Leidenschaften meines Lebens – Autos und Animation – miteinander zu verbinden, war absolut unwiderstehlich." Das Ergebnis ist ein wundervoller Disney-Pixar-Animationsfilm, an dem Jung und Alt mit Sicherheit ihre Freude haben. Die Vielzahl an Charakteren - allesamt vermenschlichte Autos - ist wunderbar ausgearbeitet, die Story ist prima und verbindet sportlichen Ehrgeiz bestens mit einer Romanze und einer Ode an Freundschaft und wahre Werte, und die Animationstechnik ist mal wieder brilliant. Auch für die musikalische Untermalung ging Lasseter kein Risiko ein, holte seinen Freund Randy Newman (2002 für "If I Didn't Have You" aus "Die Monster AG" mit dem Oscar® für den besten Song ausgezeichnet) ins Boot. "Kein Score von Randy Newman klingt wie der davor", erklärt Lasseter. "Er kann die bewegendsten emotionalen Songs schreiben. Aber genauso hat er ein paar der witzigsten Lieder aller Zeiten auf Lager." Ein sehr schöner Song von Newman wird im Original von James Taylor gesungen - außerdem Sheryl Crow, Brad Paisley, Rascal Flatts und John Mayer Songs beigesteuert.

Im Film geht es um den noch jungen, roten Sportwagen Lightning McQueen (gesprochen von Daniel Brühl), der im Saison-Final-Rennen Dinoco 400, zu dem zigtausende von Autos als Fans gekommen sind, die Chance hat, sich erstmals den begehrten Piston-Cup zu sichern. Hierfür muss er sich gegen den routinierten Strip Weathers (Niki Lauda) und den mit unfairen Mitteln arbeitenden Chick Hicks (Christian Tramitz) durchsetzen, die auch beide noch Chancen auf den Pokal haben. Und dieser sichert nicht nur Ruhm, sondern auch den lukrativen Sponsorenvertrag mit Dinoco - vor allem für Lightning McQueen wäre dies eine ganz neue Welt, denn er geht bislang für den Rostschutzmittel-Hersteller Rusteze und seine Chefs Kling (Oliver Kalkofe) und Klang (Mario Barth) ins Rennen. Zum Ende des spannenden Rennens macht er aber einen taktischen Fehler, und so kommen alle drei gleichzeitig über die Ziellinie. Prompt wird ein Entscheidungsrennen eine Woche später in 5000 km Entfernung angesetzt. Im Laderaum seines Transport-Trucks Mack macht sich Lightning McQueen auf den Weg, doch unterwegs trennen sich ihre Wege - Mack ist übermüdet und merkt nicht, dass seine Laderampe sich öffnet und der schlummernde Lightning McQueen hinaus rollt. Als dieser aufwacht, düst er sofort los, um Mack einzuholen - allerdings nimmt er nicht die neue Schnellstraße sondern die legendäre aber mittlerweile verkehrsarme Route 66. In der Kleinstadt Radiator Springs wird ihm sein Irrtum klar, doch schon ist die Polizei ihm wegen Geschwindigkeitsübertretung auf den Fersen, und beim Versuch, zu fliehen, zerstört der rote Flitzer die Hauptstraße des Wüstenkaffs, wird dann doch noch festgenommen. Der altehrwürdige Bürgermeister der Stadt, Doc Hudson (Friedrich Schönfelder), will Lightning McQueen nach einer Nacht Gewahrsam zuerst wieder laufen lassen, doch die kesse Porsche-Dame Sally (Bettina Zimmermann) kommt mit ihrem Vorschlag durch, dass Lightning McQueen das Dorf erst dann wieder verlassen darf, wenn er den angerichteten Schaden wieder in Ordnung gebracht hat. Statt schon im Training an der neuen Rennstrecke ist er nun also im Nirgendwo, umgeben von einigen schrägen Charakteren, die als Gesamtheit irgendwie familiär funktionieren - neben Doc Hudson und Sally wären da noch ein alter, hippiemäßiger VW Bully (Helmfried von Lüttichau), ein Army-Jeep im USA-Wahn (Ekkehardt Belle), die bissige Oldtimer-Dame Lizzy (Nadja Tiller), der leicht trotteligen Abschleppwagen Hook (Reinhard Brock), der aufgedrehte itelienische Reifenhändler Luigi (Rick Kavanian) mit seinem Gehilfen Guido, der Styling-Lackierung-Anbieter Ramone (Gudo Hoegel), seine Freundin Flo (Sandra Schwittau), die das V-8-Café betreibt, und der Sheriff (Jochen Striebeck), der ihn dingfest gemacht hatte. Nach einigen vergeblichen Ausbruchsversuchen wird Lightning McQueen klar, dass er sich entspannen muss, um die auferlegte Aufgabe so schnell wie möglich zu erledigen. Und so langsam kann er dem einfachen Leben und ruhigen Treiben in Radiator Springs auch durchaus Gefallen - und an Sally. Dazu kommt, dass er heraus findet, dass Doc Hudson bis zu einem schlimmen Unfall früher selbst mehrfacher Gewinner des Piston-Cups war, was die anderen gar nicht wissen. Nach einigen Tagen dann hat Lightning McQueen die Straße neu gepflastert, und die Presse spürt den Verschollenen fast gleichzeitig auch auf - Zeit also, sich zu verabschieden, oder doch nicht?

Wie oben bereits geschrieben, "Cars" macht Spaß, und zwar viel Spaß. Gut, über die eine oder andere der prominenten Synchronstimmen (zu denen auch noch Franziska van Almsick, Christian Danner, Heiko Wasser, Michael und Cora Schumacher und Mika Häkkinen) kann man geteilter Meinung sein - vor allem Niki Lauda beweist hier wenig Talent - aber ansonsten gibt es nicht viel auszusetzen. Technisch überzeugt der Film wieder komplett - wo andere Animationsfilme mit detaillierten Bewegungen von Fell begeistern, tut es "Cars" mit Spiegelungen auf dem Lack der Wagen. Und die Handlung hält wirklich alles bereit, was einen guten Disney-Film ausmacht. Große klasse! Dazu kommt mit "Die Ein-Mann-Band" noch ein kurzer Vorfilm, der ebenfalls toll ist. Unbedingt reingehen!

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)