Cast Away - Verschollen

D: Tom Hanks, Helen Hunt, R: Robert Zemeckis, 140 Min.

Zwei Oscars hat Tom Hanks zuhause bereits in der Vitrine stehen, für "Philadelphia" und "Forrest Gump". Letzteren drehte er unter der Regie von Robert Zemeckis, mir dem er nun wieder zusammen arbeitete. Man braucht wohl kein besonderer Prophet sein - "Cast Away - Verschollen" hat gute Chancen, dem sympathischen Schauspieler erneut eine Nominierung für die Awards einzubringen, ist seine Darbietung doch wieder einmal überzeugend in jedem Moment, und wenn man bedenkt, dass sich der ganze Film fast nur auf ihn konzentriert, so ist dies eine sehr starke Leistung.
Tom Hanks spielt Chuck Noland, einen Pünktlichkeitsfanatiker, der als Ingenieur für FedEx arbeitet, Abläufe optimiert, Teams leitet - überall auf der Welt, wo immer es gerade nötig ist, wo der zeitliche Schuh drückt. Seine Freundin Kelly (Helen Hunt) hat es nicht leicht an der Seite des immer abrufbereiten Workoholics, würde ihn schon gerne öfter bei sich haben. Eines Tages ändert sich Chucks Leben, als ein FedEx-Flugzeug mit ihm an Bord abstürzt. Als einziger Überlebender strandet er auf einer einsamen Insel, wo man ihn so schnell auch nicht finden wird, war der Flieger doch ein gehöriges Stück vom Kurs abgekommen. Was tun? Andere menschliche Wesen sind nicht zu entdecken, aber die Hoffnung auf baldige Hilfe ist groß. Also schreibt Chuck mit Steinen ein großes "Help" auf den Traumstrand und baut sich ein Lager. Korrekt wie er ist, sammelt er sogar noch die angespülten FedEx-Pakete ein, um sie später dann den rechtmäßigen Empfängern zukommen lassen zu können. Mit der Robinson Crusoe-Situation kommt Chuck zunächst einigermaßen gut zurecht, weiß er sich doch auch in puncto Essen und Trinken zu helfen. Nach und nach wird ihm im Laufe der Tage jedoch klar, dass keine Hilfe in Sicht ist, und so bekommt er psychische Probleme - ihm fehlt Geselligkeit und Unterhaltung. Als er sich dann doch daran macht, die Pakete zu öffnen und nach hilfreichen Gegenstände zu durchsuchen, findet er einen Volleyball, den er zu seinem einzigen Ansprechpartner macht - mit seinem Blut mal er dem Ball ein Gesicht an, steckt einige Pflanzenhalme als Haare in eine Öffnung - fertig ist Wilson, der ihn nun hilft, seine Einsamkeit zu bewältigen.
Ohne große Special Effekte und rasante Action schafft Robert Zemeckis es, die 140 Minuten des Films so zu gestalten, dass nie Langeweile aufkommt. Die bloße Beobachtung des gestrandeten Chuck Noland mit all seinem Zustandsveränderungen reicht aus, von anfänglicher Zuversicht über aufkommenden Wahnsinn mit Ausweglosigkeit bis zum entschlossenen Insulaner, der sich zurecht findet. Einher geht dies mit der äußerlichen Veränderung von Tom Hanks, anfangs wohl beleibt, später dünn und trainierter (mehr als 25 kg arbeitete Hanks zwischen der ersten und der zweiten Drehetappe ab). Es wäre kein Wunder, wenn er 2001 erneut den Oscar hoch halten könnte, nach dieser schauspielerischen Glanzleistung. Ein Film, den man nicht verpassen sollte.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)