Chicken Run - Hennen Rennen

Animation, R: Peter Lord, Nick Park, 91 Min.

Die Erwartungen waren hoch, als Peter Lord und Nick Park, die Väter von "Wallace & Gromit", ankündigten, einen ersten abendfüllenden Animations-Spielfilm auf die große Leinwand zu bringen. Um es vorweg zu nehmen: sie wurden voll erfüllt.
Mr. und Mrs. Tweedy sind Eigner einer Hühnerfarm und geldgierig. Kein Wunder also, dass die Hennen in Angst vor dem Ehepaar leben, eingefercht in ein KZ-ähnliche Baracken, ohne Hoffnung, jemals in die freie Welt entlassen zu werden. Wer zu wenig Eier legt, der wird geschlachtet, so ist es nunmal. Nun sind die Hennen ja nicht so doof, wie sie manchmal scheinen. Allen voran schmiedet Ginger immer wieder neue Pläne, aus dem Gefängnis zu entfliehen, und mit dem holländischen Huhn Mac, in Techniken ein Genie, werden genaue Vorgehensweisen erarbeitet. Blöd nur, dass alle Ausreißversuche, in welcher Form auch immer, fehlschlagen, woraufhin Ginger regelmäßig ins dunkle Verließ, eine Holztruhe, gesperrt und dann erst nach einiger Zeit wieder zu den anderen entlassen wird. Die verschiedensten Charaktere finden sich unter dem Federvieh, so ist zum Beispiel Bunty die stolze Königin des Eierlegens, Babs einfach nur lieb, dafür wenig intelligent, und Fowler aufgrund des Alters und der Erfahrung (plus der Stories über die Zeit bei der Royal Air Force) angesehen. Eines Tages fliegt der als Flughahn im Zirkus berühmt gewordene Rocky als Amerikaner auf Tournee auf den Hühnerhof und befindet sich plötzlich inmitten der meist englischen Hennen, die ihn sofort anhimmeln. Ginger verspricht Rocky, ihn, der bereits gesucht wird, vor seinen Zirkusleuten zu verstecken, im Gegenzeug hierfür soll dieser nun aber den Hennen das Fliegen beibringen. Anfangs nicht begeistert, macht sich Rocky daran, das Regiment auszubilden, was eher einer schlechten Frauen-Aerobic-Gruppe gleicht. Mr. Tweedy schöpft zwar Verdacht, kann seine alles (auch ihn) dominierende Frau aber nicht davon überzeugen, dass die Hühner organisiert sind und etwas planen. Mrs. Tweedy hat ganz andere Dinge im Kopf, hat sie doch eine Maschine gekauft, die aus Hühnern und einigen Zutaten fertige Hühnerpasteten zubereitet - werfen die Eier doch in letzter Zeit längst nicht mehr genug Gewinn ab. Es beginnt also für Ginger, Rocky und Co. ein Lauf gegen die Zeit. Leider sieht es nicht so aus, als könnte Rocky den immer ängstlicheren Damen zeigen, wie man fliegt...
"Chicken Run - Hennen Rennen" ist ein köstlicher Film, in allen Punkten. Die Figuren sind wunderbar liebevoll und witzig aus Knete erstellt worden, wobei die verschiedenen Charaktere prima umgemünzt wurden. Die Animation - grandios. Ob die Hennen lachen, schreien, rennen oder einfach nur mit besorgtem Blick dastehen, hier stimmt jede Szene. Die Handlung des Streifens ist witzig, rasant, ideenreich und wird niemals langweilig. Gerne zitiert man hierbei auch aus anderen Filmen und adaptiert bekannte Szenen in die Hühnerwelt. Rundum also ein mehr als gelungener Spaß für Jung und Alt, dieser Film. Ich würde allerdings die Originalversion empfehlen, in der die Hennen schön englisch reden und dann Mel Gibson als Rocky amerikanisch daherkommt. In der Synchronisation geht dieser Effekt verloren, und ein Ingolf Lück ist eben auch kein Mel Gibson.

Wertung: 10 von 10 Punkten

(Tobi)