CLOVERFIELD
Darsteller:  Michael Stahl-David, Odette Yustman, Lizzy Caplan, Mike Vogel
Regie:  Matt Reeves
Dauer:  86 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/cloverfield
 

Nun ist es also vorbei mit den gut gehüteten Geheimnissen um den neuen Actionthriller aus dem Hause Universal, das sich im Vorfeld alle Mühe gab, nur einen Minimalgehalt an Informationen zu diesem Projekt an die Öffentlichkeit durchsickern zu lassen. Ob die Strategie aufgeht, die Leute allein aus Neugier in die Kinosäle zu locken, bleibt abzuwarten.

Doch was einen dann erwartet, ist schon gewaltig. Hat man die erste Irritation des lautlosen Testbilds überwunden und sich erstmal mit der pseudo-dokumentarischen Präsentation – angeblich handelt es sich bei dem gezeigten Bildmaterial um die vom Militär in Manhattan gefundenen Aufzeichnungen eines Camcorders - angefreundet, kann sie losgehen, die wilde Fahrt.

Alles fängt ganz harmlos an, eine Gruppe von jungen Menschen feiert in New York – alles dokumentiert durch eine private Videokamera - eine ausgelassene Abschiedsparty, Baggern, Beziehungsstress und Liebeskummer inklusive, die durch ein starkes Beben jäh unterbrochen wird. Ein schneller Blick der Partygesellschaft in die Live-Berichterstattung der Nachrichtensender bringt allerdings keine Klarheit über die Ursache, und ehe man sich versieht, findet man sich auch schon auf der Straße wieder, wo einem wie aus heiterem Himmel der Kopf der Freiheitsstatue um die Ohren fliegt. Eine nette Idee als erster Paukenschlag, der von vielen weiteren gefolgt werden soll, denn schon kurze Zeit später gibt es den ersten Hauseinsturz, der einen doch stark an die Bilder erinnert, die man so ähnlich schon am 11. September 2001 zu Gesicht bekommen hat.

Was danach kommt, ist einfach nur das blanke Chaos, eine Explosion folgt der nächsten und ein Gebäude nach dem anderen wird plattgemacht. Dabei können unsere Freunde von der Party in der entstandenen Panik nur erahnen, was eigentlich vor sich geht, haben sie doch nur Bruchteile von Sekunden eine riesige Kreatur ausgemacht, die die Quelle des Infernos zu sein scheint. Der Rest ist nur noch Selbsterhaltungstrieb und der Versuch, eine mehrere Blocks entfernte Freundin zu retten.

Das alles kommt einem irgendwie vor wie eine Synthese aus „Blair Witch Project“ und „Godzilla“, wenn man die Geschehnisse nur anhand von Aufzeichnungen einer wackligen Handkamera präsentiert bekommt. Das ist auf die Dauer ziemlich anstrengend, erzielt aber seine Wirkung als stresserzeugendes Spannungsmoment. Mitunter kann man sich als kleines Kreativbonbon sogar über durch suggerierte Bedienungsfehler entstandene Schnitte freuen, die die Liebesgeschichte als Nebenhandlung geschickt einbauen. Und damit einem bei allem wiederkehrenden Getöse auch ja nicht langweilig wird, gibt’s Attacken von aggresivem, riesigem Krebsgetier noch obendrauf. Warum aber hat man sich bei der ganzen packenden, actiongeladenen Reise durch die Hölle nicht mehr Mühe beim Design des Monsters gegeben?

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)