The Core



D: Hilary Swank, Aaron Eckhart, Bruce Greenwood, R: Jon Amiel, 120 Min.

Tja, da haben wir den Salat. Wie aus heiterem Himmel sterben in Boston im kleinsten Umkreis dutzende von Menschen mit Herzschrittmachern, die Golden Gate-Brücke in San Francisco bricht zusammen und am Trafalgar Sqare in London drehen die Tauben völlig durch. Was aber anfangs noch so spektakulär und realistisch daherkommt und mit dem fehlberechneten Wiedereintritt eines Space-Shuttles sicherlich mehr Realitätsbezug aufweist, als es das Produktionsteam eigentlich beabsichtigt hat, verflacht doch mehr und mehr zu einem handelsüblichen, so dahinplätschernden Katastrophenfilm.

Der Verlust des Shuttles wird hier durch den heldenhaften Einsatz der Pilotin Rebecca Childs (Hilary Swank) gerade noch verhindert, was aber keinesfalls honoriert wird. Sie wird im Gegenteil sogar für den Beinahe-Gau verantwortlich gemacht. Die US-Regierung trüge ihren Namen aber zu Unrecht, würde sie nicht alle Hebel in Bewegung setzen, die Hintergründe der scheinbar unabhängig voneinander auftretenden Unglücke zu ergründen. Und so ist schnell klar, dass die These des Physikers und Geologen Josh Keyes (Aaron Eckhart) gar nicht so weit hergeholt ist, wie sie die Offiziellen gerne sehen wollen. Nach der ist nämlich die Rotation im Erdkern ins Stocken geraten und damit das Magnetfeld der Erde zusammengebrochen, was zu eingangs erwähnten verheerenden Ereignissen führt. Als dann aber die kosmische Strahlung die Erde zu grillen droht und Mega-Gewitter ganze Landstriche ausradieren, was hier am Beispiel Roms sehr effektvoll vorgeführt wird, machen die US-Oberen schnell Nägel mit Köpfen und stellen ein All-Star-Team von Spezialisten zusammen, das mit einem extra entwickelten Fahrzeug zum Erdkern fahren und dort durch gezieltes Zünden einer Atombombe die Rotation wieder herstellen soll.

So interessant die Handlung aber vom physikalischen Standpunkt aus auch sein mag, ist das was sich einem nach Verhallen der anfänglichen, zugegebenermaßen sehr beeindruckenden Paukenschläge bietet, nur noch ein wenig fesselnder Abenteuerfilm, den man schon bei der "Reise zum Mittelpunkt der Erde" nach Jules Verne sehen konnte. Dieser hier bezieht seine Spannung ausschließlich aus dem Ausgang der Mission zur Rettung der Erde, wobei die Besatzung der Fähre überwiegend blass bleibt und deren Verbleib sowie die Eifersüchteleien der Wissenschaftler untereinander einem eigentlich völlig egal sind. Würde da nicht doch noch ein gesellschaftskritischer Aspekt ins Spiel gebracht werden, der einen tatsächlich noch emotional zu involvieren vermag, man hätte gedacht: "Lasst sie doch alle verrecken!".

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Miguel)