COUCHGEFLÜSTER
Darsteller:  Uma Thurman, Meryl Streep, Bryan Greenberg
Regie:  Ben Younger
Dauer:  105 Minuten
Weblink:  www.couchgeflüster.de
 

Rafi (Uma Thurman), 37 und frisch geschieden, sieht blendend aus, hat einen gutbezahlten Job und bewohnt ein schickes Apartment in New York. Man möchte neidisch werden. Wäre da nicht das unüberhörbare Ticken der biologischen Uhr und ihr unerfüllter Kinderwunsch. Um einer drohenden Depression gleich vorzubeugen, geht Rafi wie jede anständige New Yorkerin regelmäßig "auf die Couch". Denn ihre Therapeutin Dr. Lisa Metzger (Meryl Streep), eine gestandene Frau mütterlichen Typs, strahlt Ruhe, Ausgeglichenheit und Stärke aus und hat stets weise Ratschläge auf Lager. Zum Beispiel diesen: Gehe aus und triff dich mit Männern! Und Rafi - ganz folgsame Patientin - zieht los und verliebt sich prompt: in David (Bryan Greenberg), einen Traumtyp der Kategorie supersüß und supersexy. Die Sache hat nur einen Haken: Ihr Romeo ist erst 23, wohnt noch bei seinen Großeltern und äußert Sätze, die mit "Meine Mom sagt immer ..." beginnen. Macht nichts, meint Dr. Metzger, dazu genieße Dein Leben! Doch diesen Tipp soll die fürsorgliche Therapeutin schon bald bereuen, handelt es sich doch bei Rafis Objekt der Begierde um keinen geringeren als Lisas eigenen Sohn! Frau Doktor ist einer ausgewachsenen Panikattacke nahe: Ihr Baby in den Fängen einer 37-jährigen Psychopatin! Jetzt erst mal schön tief durchatmen und bloß nicht die Nerven verlieren...

Ben Younger beweist mit "Couchgeflüster" endgültig, dass man keine lange Ausbildung benötigt, um eine guter Regisseur zu werden, denn auf diese hat er schlichtweg verzichtet. Hiermit ist ihm ein Film geglückt, der in jeder Hinsicht überzeugt. Schauspielerisch ist das Trio an der Spitze eben dieses - nämlich spitze. Meryl Streep ist wunderbar als konservative Alternde im Konflikt zwischen viel zu sorgender Mutter und fleißiger Therapeutin einer auch noch sehr gemochten Patientin. Uma Thurman kommt in ihrer Natürlichkeit umwerfend - und gerade so überraschend - attraktiv daher, spielt das Verliebtsein mit Selbst- und Beziehungszweifeln klasse. Und Bryan Greenberg schafft es, neben diesen beiden routinierten Schauspielerinnen erster Garde nicht zu verblassen, sondern sich für weitere Filme wärmstens zu empfehlen. Die Handlung des Films ist in aller Unaufgeregtheit herzerwärmend, romantisch, tragisch, gesellschaftskritisch und oftmals brüllend witzig, letzteres dank grandioser Dialoge und lustiger Einfälle wie den kleinen Einspielern aus der Vergangenheit - vor allem Davids Oma Bubi lässt kein Auge trocken. Eine tolle Liebeskomödie, bei der man auch nachdenken darf.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)