CRIMSON PEAK
Darsteller:  Mia Wasikowska, Jessica Chastain, Tom Hiddleston, Charlie Hunnam, Jim Beaver
Regie:  Guillermo del Toro
Dauer:  119 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  www.crimson-peak-film.de
 

Guillermo del Toro („Hellboy“, „Pans Labyrinth“) hat uns schon so wundervolle Fantasiewelten geschenkt, dass sein gigantomanischer Seemonster-Blockbuster „Pacific Rim“ unlängst nicht allein beim Autor für reichlich Enttäuschung sorgte. Hatte man damit wieder einen der poetischsten Kreativköpfe ans kommerziell so lukrative Bombast-Genre verloren? Weit gefehlt, geht er mit seinem neuesten Werk doch wieder in die komplett entgegengesetzte Richtung und wischt damit die aufgekommenen bösen Befürchtungen rasch vom Tisch. Mit dem düster gehaltenen „Crimson Peak“ schlägt er gezielt leisere Töne an und bedient sich so Gott sei Dank statt inflationär gebrauchter Special-Effects wieder vorwiegend ihn ja so viel mehr auszeichnender subtilerer Mittel.

Wir befinden uns im Nordamerika des frühen vorigen Jahrhunderts, wo sich die Hobby-Schriftstellerin Edith (Mia Wasikowska) nichts sehnlicher wünscht, als von ihrem wohlbehüteten Zuhause aus endlich aufzubrechen in die weite Welt. Da kommt ihr der charmante, englische Jungunternehmer Thomas Sharpe (Tim Hiddleston) gerade recht, als er eines Tages im Büro ihres Vaters vor ihr steht. Der allerdings hat ganz andere Interessen, denn es geht ihm ausschließlich darum, das versiegende Kapital seines stagnierenden Tongewinnungsunternehmens in England mit frisch akquiriertem Geld aufzustocken. Die unschuldige Tochter des erfolgreichen Geschäftsmanns Carter Cushing (Jim Beaver) ist da überaus willkommenes Mittel zum Zweck und wird sofort mit allen Regeln der Kunst umgarnt. Aber dem romantischen Setting setzt Del Toro gekonnt immer wieder wohl dosierte Schockeffekte entgegen und sorgt so für ahnungsvolles Unbehagen: Warnungen von Geistererscheinungen folgt da, kaum dass sich Edith auf Thomas eingelassen hat, der sehr unappetitliche, gewaltsame Tod des Vaters.

Zusammen zu Thomas Schwester Lucille (schön divergent: Jessica Chastain) auf das englische Anwesen gezogen, tun sich schon bald die Familienabgründe auf und kriechen in der liebevoll gestalteten, unwirtlichen Landvilla geradezu aus allen Ritzen. So beweist sich Del Toro einmal mehr als Meister des hintergründigen Horrors und kann sich dabei voll auf seine drei Hauptdarsteller verlassen, die mit ihrem Zusammenspiel das Drama trotz ziemlich biederer Story zu einem Erlebnis machen.



Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)