The Day After Tomorrow



D: Dennis Quaid, Jake Gyllenhaal, Emmy Rossum, R: Roland Emmerich, 125 Min.

Findet ihr diesen Sommer so gut wie den letzten? Sicher nicht! Die schmelzenden Polkappen sind schuld, die nächste Eiszeit steht vor der Tür. Halt - so ist es zum Glück nicht, auch wenn die Wissenschaftler momentan umso angestachelter vor sich hin rechnen, wann die nächste Eiszeit denn tatsächlich herin brechen könnte. Dies widerum zeigt deutlich, dass die Handlung von Roland Emmerichs neuem Special Effect Spektakel keineswegs nur aus der Luft gegriffen ist.

Klimaforscher Jack Hall (Dennis Quaid) hat heraus gefunden, dass die globale Erwärmung einen plötzlichen und katastrophalen Umschwung im Klima des Planeten auslösen könnte. Bohrungen im antarktischen Eis beweisen: So etwas geschah schon einmal vor zehntausend Jahren. Daher informiert der Wissenschaftler die zuständigen Stellen über die Möglichkeit eines drohenden neuen Klima-Umschwung, wenn nicht schnell etwas unternommen wird. Doch seine Warnungen kommen zu spät. Alles beginnt, als Hall beobachtet, wie ein Eisberg von der Größe Rhode Islands vom antarktischen Schelfeis abbricht. Plötzlich spielen sich rund um den Globus immer gewaltigere Unwetter ab: Grapefruitgroße Hagelkörner prasseln auf Tokio nieder, Wirbelstürme ungeahnter Größe fegen über Hawaii hinweg, Schnee bedeckt Neu-Delhi und Tornados hinterlassen Verwüstungen in Los Angeles. Ein Anruf seines schottischen Kollegen Professor Rapson (Ian Holm) bestätigt Jacks schlimmste Befürchtungen: Die verheerenden Unwetter sind Vorboten eines umfassenden Klimawandels. Durch die schmelzenden Polarkappen ist zu viel Süßwasser in die Ozeane geflossen und hat die Meeresströmungen unterbrochen, die das Klima stabilisieren. Die Erderwärmung hat eine neue Eiszeit ausgelöst. Und diese manifestiert sich in einem einzigen gigantischen Sturm. Während Jack das Weiße Haus über die anstehende Katastrophe informiert, sitzt sein 17-jähriger Sohn Sam (Jake Gyllenhaal) zusammen mit einigen Freunden wegen eines Schulwettbewerbs in New York fest. Nun muss er mit rapide fallenden Temperaturen und heftigen Überflutungen zurechtkommen. Sam sucht Zuflucht in der öffentlichen Bibliothek von Manhattan und nimmt Kontakt mit seinem Vater auf. Doch der kann nur noch warnen: Bleib unter allen Umständen in geschlossenen Räumen. Während man fieberhaft beginnt, die Menschen in südlichere Gefilde zu evakuieren, begibt sich Jack auf den Weg nach New York, um Sam zu retten. Doch nicht einmal Jack ist auf das vorbereitet, was passieren wird ihm, seinem Sohn und dem gesamten Planeten ...

Wer sich "The Day After Tomorrow" anschaut, der sollte sich bewusst sein, dass er überwältigende Bilder zu erwarten hat, aber auch eine dürftige Handlung drum herum. Die Klimakatastrophe wird in eine typisch amerikanische Heldenstory verpackt, die nicht nur doof, sondern auch langweilig, weil total vorhersehbar ist. Wenn dann zu allen Kälteproblemen hinzu auch noch die aus dem Zoo entwischten Wölfe angreifen, ist das schon beinahe ärgerlich. Trotzdem lohnt es sich für Freunde von Spezialeffekten, sich diesen Film anzuschauen, denn die immer weiter voran schreitende Katastrophe hat Emmerich sehr gut inszeniert.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)