DEATH RACE
Darsteller:  Jason Statham, Tyrese Gibson, Joan Allen, Natalie Martinez, Ian McShane
Regie:  Paul W. S. Anderson
Dauer:  105 Minuten
FSK:  keine Jugendfreigabe
Weblink:  www.deathrace.de
 

Der Plot ist so simpel wie spektakulär. In nicht allzu ferner Zukunft wird eine Menge Geld damit gemacht, im Gefängnis veranstaltete Autorennen zwischen den Insassen über das Pay-TV zu vermarkten. Die Häftlinge können sich dabei durch Siege ihre Freiheit verdienen, und um das alles noch ein wenig publikumswirksamer zu gestalten, werden die PS-Boliden mit allerhand Bewaffnung ausgestattet, die je nach Rennsituation aktiviert werden kann. Dadurch wird sichergestellt, dass die Teilnehmer weniger durch Motorschäden als durch den Tod aus den Rennen ausscheiden, und so immer die Quote stimmt.

Regisseur Paul W. S. Anderson („Resident Evil“, „Alien vs. Predator“) hat sich an die Neuverfilmung des gleichnamigen Werkes von Roger Corman aus den 70ern gemacht und verleiht ihm nun einen frischen Anstrich. Dass er sich mit dem Actiongenre nicht auf Neuland begibt, bemerkt man gleich eingangs, denn man wird sofort Zeuge des ersten knallharten Todesrennens, bei dem einem das Metall und die Funken nur so um die Ohren fliegen. In dem kommt allerdings Rekordsieger und Publikumsliebling Frankenstein ums Leben, und da kommt es der durchtriebenen Gefängnisdirektorin Hennessy (Joan Allen) sehr gelegen, dass mit Jenson Ames (gewohnt austrainiert: Jason Statham) ein Ex-Speedway-Champion wegen Mordes an seiner Frau – selbstverständlich unschuldig, er soll ja schließlich den Sympathieträger geben – für längere Zeit einfährt. Da Frankenstein wegen eines früheren Unfalls immer mit martialischer Maske und obendrein recht wortkarg unterwegs war, liegt also nichts näher, als ihn bei den Rennen durch Ames zu ersetzen, um seine Top-TV-Quoten weiterhin zu garantieren.

Anderson hat hier einen düsteren Streifen abgeliefert, der vor Action geradezu zu bersten droht, und wenn er sich auf sein Kerngeschäft konzentriert, gibt es tatsächlich wenig auszusetzen. In den rasanten Rennsequenzen hat man mitunter den Eindruck, selbst am Steuer zu sitzen, und Dank immer wieder eingebauter, überraschender Ideen werden die auch nie langweilig, so dass sogar Fans der blutigeren Gangart auf ihre Kosten kommen. Ein Übriges tut das sensationelle Design der Autos, die mit ihrer originellen Extraausstattung die eigentlichen Stars des Films sind. Guckt man aber hinter die vordergründig so plausible Fassade, bleiben doch so einige Fragezeichen. Der Film wimmelt nur so von kleinen bis großen Ungereimtheiten, die in der Summe dann doch jegliche Glaubwürdigkeit der Handlung verspielen. Da ist es dann auch nicht mehr verwunderlich, dass den Fahrern als Beifahrer heiße Topmodel-Bräute zur Seite gestellt werden, schließlich kam bis dahin der Faktor „weiblicher Sexappeal“ ja ein wenig zu kurz. Das ist dann aber doch ein bisschen zu einfach gedacht und wirkt bei der vorher kreierten, professionellen Rennatmosphäre unter knallharten Knastgesellen spätestens jetzt unfreiwillig komisch. Also kann die Devise nur lauten: Anschnallen, Gehirn ausschalten und ab auf die Strecke.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)