DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT
Dokumentation
Regie:  Romuald Karmakar
Dauer:  105 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  rapideyemovies.de/denk-ich-an-deutschland-in-der-nacht
 

Mit dem Dokumentarfilm "Denk ich an Deutschland in der Nacht" widmet sich Regisseur Romuald Karmakar bereits zum vierten Mal Techno und artverwandten Musikstilen, nach "196 bpm" (2002), "Between The Devil And The Wide Blue Sea" (2005) und "Villalobos" (2009). Besagter DJ Ricardo Villalobos spielt auch diesmal wieder eine Rolle als einer von fünf Künstlern, deren Schaffen Karmakar hier beleuchtet. Neben Villalobos sind dies Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel und David Moufang/Move D. Wir sehen die DJs und Musiker beim Tüfteln im Studio inmitten von Techniktürmen und Computern, bei der Vorbereitung von Gigs, im Club beim Auflegen - und vor allem aber auch sinnierend über ihre Musik und ihren Werdegang. Hierbei wird klar, dass für die Fünf die Musik nicht nur Beruf, sondern vor allem Berufung ist, dass viel Leidenschaft und Philosophie hinter dem steckt, was sie tun. Karmakar setzt hierzu nicht auf die Hektik der Techno-Beats, sondern auf ruhige, manchmal gar stoische Bilder, auf Atmosphäre. Manchmal erklingt hierzu gar keine Musik - wenn die Fünf auflegen bzw. heute eher die Computer bedienen, dann spielt die Musik natürlich schon eine wichtige Rolle. Aber auch hierbei bedient sich Karmakar Ungewöhnlichem - er lässt nämlich oftmals nicht die über die Boxen an die Club- oder Festival-Besucher heraus gegebenen Töne hören, sondern die versteckten Spuren, mit denen der DJ den Übergang und nächsten Track vorbereitet. Interessanter Film, aber leicht genießbar ist er trotzdem nicht, und nichts für Volk in Partylaune - man muss schon Lust auf eine intellektuelle Auseinandersetzung mit der Musik und den Akteuren haben.



Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)