Der Club der gebrochenen Herzen

D: Timothy Olyphant, Dean Cain, Andrew Keegan, R: Greg Berlanti, 94 Min.

In dieser "romantischen Komödie", wie der Untertitel uns verrät, dreht sich alles um einen Freundeskreis homosexueller Jungs, von denen die meisten im Restaurant "Broken Hearts Club" des lieben, alten Jack arbeiten. Wirklich momogam ist von ihnen eigentlich nur Taylor (Billy Porter), der aber gerade von seinem Freund verlassen wurde und Trost bei Dennis (Timothy Olyphant) sucht. Dieser wiederum hat ganz andere Probleme, steht doch sein 30. Geburtstag ins Haus, was ihn dazu treibt, sein bisheriges Leben in Frage zu stellen. Wechselnde Liebschaften, der Job bei Jack? Nein, aus und vorbei, jetzt will auch er eine feste Beziehunghaben und Werbefotograf werden, so sein innerer Entschluss. Also serviert er einen eigentlich angehimmelten Lover ab und verliebt sich in Kevin (Andrew Keegan), der gerade erst sein Coming Out erlebt, sich selbst als schwul entdeckt. Dummerweise ist auch Cole (Dean Cain), Sunnyboy und Herzensbrecher der Clique, hinter Kevin her. Als Cole seine erste Rolle als Schauspieler erhält, muss er die Stadt verlassen, der Weg ist also frei für Dennis, sich des nachdenklichen Kevin anzunehmen. Dies ist nur ein Ausschnitt aus vielen kleinen Geschichtchen, die in diesem Film wunderbar miteinander verbunden sind. Da gibt es Jacks Baseballteam mit den Jungs seines Restaurants, das die Gegenspieler immer genau unter die Lupe nimmt - wer könnte homosexuell sein? Da gibt es Patrick (Ben Weber), der sich für das hässliche Entlein des Kreises hält. Da gibt es Patricks lesbische Schwester Anne (Mary McCormack) und ihre leicht aggressive Partnerin Leslie (Nia Long). Es gibt Benji (Zach Braff), der von seinem neuen Freund in eine andere Clique hinein gezogen wird, was ihm sichtlich schlecht bekommt. Schließlich kommt es auch noch zu einem Drama um Jack (John Mahoney).
"Der Club der gebrochenen Herzen" ist ein wohltuend unspektakulärer Streifen über wahre Freundschaft, oft komödiantisch, ebenso aber auch tragisch. Greg Berlanti, der neben seiner Regiearbeit auch das Drehbuch schrieb, schafft es, eine durchgehend warme Stimmung zu erzeugen - und das ist nicht ironisch in Hinblick auf die Schwulenthemaik gemeint. Selbige nämlich ist zwar ein wichtiger Faktor des Films, aber nicht tragend, die Grundaussagen hätte man nämlich in der Hetero-Welt genauso ansiedeln können. Umso besser, dass die Geschichte die Homosexualität nicht als Witzboden benutzt, sie nicht überspitzt darstellt, nicht lächerlich. Ein schöner Film, der zwar oft Spaß bereitet, aber viel mehr ist als eine Komödie.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)