Der Himmel kann warten

D: Frank Giering, Steffen Wink, R: Brigitte Müller, 98 Min.

Woran krankt der deutsche Film? Gelingt es denn niemandem in keiner Sparte mehr, einen als Zuschauer wirklich mit einem "ja, das war gut" aus dem Kino gehen zu lassen? "Der Himmel kann warten" ist ein weiteres Beispiel für die Mittelmäßigkeit, wenn nicht sogar Unterqualität der hierzulande produzierten Kinostreifen. Da gibt es die Geschichte zweier dicker Freunde, Alex (Frank Giering) und Paul (Steffen Wink), die als Komiker den Durchbruch schaffen wollen. Und da gibt es diese Bar, Lutz's Comedy Club, in dem ein Talentwettbewerb stattfindet. Im Finale der Besten stehen sie beide, wobei fraglich ist, warum eigentlich, nach den gezeigten Vorrunden-Auftritten. Na ja, jeder fängt mal klein an. Nun will man ja nicht zwei gleiche Charaktere haben, also zeichnet man sie konträr. Alex ist ruhig und introvertiert - vielleicht ahnt er schon den Befund, den ihm der Arzt wenig später mitteilen wird: der Krebs, wegen dem ihm bereits ein Bein amputiert werden musste, ist wieder da und wird ihn diesmal besiegen, so dass ihm nicht mehr lange bleibt. Paul hingegen ist immer gut drauf, energetisch und ein Aufreißertyp. Beide haben sie zwei Wochen bis zum großen Finale, um ihre Shownummern noch einmal zu perfektionieren, und in dieser Phase verschweigt Alex das niederschmetternde Ergebnis seiner Untersuchung lieber, hat Paul doch schon genug Ärger mit seiner Huhn-Nummer. Mit ihr eifert er seinem großen Ami-Vorbild Rob Patterson (Simon Prescott) nach, bekommt sie aber einfach nicht hin, mangels Ausstrahlung und Talent. Für einen Freund tut man so manches, dies sicher kaum: Alex fliegt kurzerhand nach Amerika, um Patterson zu finden, damit dieser Paul zeigt, wie die Nummer richtig funktioniert. Über den jungen Deutschen Jo (Tom Schilling in einer mehr als beknackten Rolle) erfährt er, dass Patterson seit Jahren nicht mehr auftritt und sich völlig zurückgezogen hat. Ob er ihn trotzdem findet? Spannung kann man dies wohl nicht nennen. Humor auch nicht. Der Film ist nicht lustig, auch nicht dort, wo er es zu sein versucht. Tragisch? Nur bedingt, aber viel zu gewollt und konstruiert, um zu wirken. Die Handlung ist langweilig, mehr nicht, weil auch der große Freundschaftsaspekt nicht zieht. Sogar schauspielerisch ist "Der Himmel kann warten" alles andere als überzeugend. Die Dialoge klingen hölzern, die Bildern wirken kaum real. Eine Enttäuschung also wieder mal. Woran krankt der deutsche Film?

Wertung: 3 von 10 Punkten

(Tobi)