DER LORAX
Animation
Regie:  Chris Renaud, Kyle Balda
Dauer:  86 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  movies.uip.de/derlorax
 

In schöner Regelmäßigkeit bringt auch die Universal nun schon seit geraumer Zeit in Konkurrenz zu den Disney-Pixar-Studios Animationsfilme in die Kinos, die sich nahezu alle als absolute Kassenschlager erweisen. Man würde ihr aber Unrecht tun, unterstellte man den alleinigen Blick auf die kommerzielle Bilanz der Produktionen, denn es kommen dabei doch immer wieder nicht nur für die Kleinsten überaus sehenswerte Werke heraus. Nach seinem letztjährigen Erfolg „Ich – Einfach unverbesserlich“ darf sich hier erneut Regisseur Chris Renaud versuchen, der sich obendrein mit Kyle Balda diesmal einen alten Pixar-Veteranen an die Seite geholt hat, um dem Zeichentrick-Kurzfilm aus den frühen 70ern einen neuen Anstrich zu geben.

Wie in so manch anderem neueren Animationsstreifen geht es auch ihm dabei nicht um die Unterhaltung allein, handelt es sich beim Fabelwesen „Lorax“ doch um sowas wie das personifizierte Umweltgewissen, das eindringlich vor Raubbau und Maßlosigkeit warnt. In diesem Fall ist der Adressat, selbstverständlich außer der Menschheit allgemein, speziell der Once-ler, der einst auszog, sein Glück mit der Herstellung recht nutzloser Kleidungsstücke, den „Thneeds“, zu machen. Seine Geschichte erzählt der dem jungen Ted, der auf seiner Suche nach dem Verbleib der Bäume bei ihm landet. Ted nämlich will das Herz der von ihm angebeteten Audrey gewinnen, die sich nichts sehnlicher wünscht als einen echten Baum. Doch die sind im beschaulichen, selbstzufriedenen Thneed-Ville schon lange ausgestorben, was sein Unterfangen, an einen zu gelangen, recht aussichtslos macht. Erst recht, weil der fiese Monopolist und Patron von Thneed-Ville, O’Hare, dessen Reichtum auf der Bereitstellung von Luftsauerstoff basiert, alles unternimmt, um eine Neuansiedlung der Bäume zu verhindern.

Vom Once-ler, der jetzt außerhalb der Stadt als Einsiedler lebt, erfährt Ted nun, wie der damals auf die für seine Thneeds benötigten Bäume zugriff. Das fing mit vereinzelten Fällungen an, aber schon da erhob der Lorax seinen mahnenden Zeigefinger. Weitestgehend ignoriert vom Once-ler kam es mit steigendem Thneed-Absatz durch ungezügelte Profitgier zur rücksichtslos automatisierten Rodung, bis auch noch der letzte Baum gefällt war. Jetzt muss er mit dem Wissen um seine Fehler von einst leben, denn die Zeit lässt sich nunmal nicht zurück drehen. Gut, dass in Person von Ted die nächste Generation mit neuem Antrieb die Sache in die Hand nimmt.

Dem Regie-Duo ist hier ein fabelhaftes Lehrstück über den Umgang mit der Natur gelungen, in dem Dank sorgfältig gezeichneter Charaktere und netter kleiner Realitätsbezüge auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommt. Dass Danny DeVito dabei dem Lorax auch in der Synchronfassung in gebrochenem Deutsch seine Stimme leiht, mag im ersten Moment befremdlich klingen, passt aber ausgezeichnet zum etwas merkwürdigen Fantasiewesen und macht bis zum Ende einen Heidenspaß. Wir müssen dann nur mal kurz die Welt retten...

Wertung: 7 von 10 Punkten



(Mick)