Der Sturm

D: George Clooney, Mark Wahlberg, Diane Lane, R: Wolfgang Petersen, 129 Min.

Lange vorher bereits als einer der "großen" Filme dieses Jahres angekündigt, nun ist er da: Wolfgang Petersens "Der Sturm". Es wird einem keine Chance gegeben, nicht mitzukriegen, dass der Streifen nach einer wahren Geschichte entstanden ist, allerdings fragt man sich die ganze Zeit, was denn nun daran wahr sein soll. Im Herbst 1991 kam es durch das Aufeinandertreffen des Hurricans Grace mit zwei Schlechtwetterfronten vor der Ostküste der USA zum vielleicht bisher schlimmsten Sturm überhaupt, soviel mag stimmen. Aber der Rest?
Billy Tyne (George Clooney, mal rauher mit Bart daherkommend) ist Kapitän des Fischkutters "Andrea Gail" und gerade in einem Formtief bzw. im Pech, jedenfalls gehen ihm bei weitem nicht so viele Schwertfische ins Netz wie der Mannschaft um seine Kollegin Linda Greenlaw (Mary Elizabeth Mastrantonio), die für ihn durchaus Zuneigung anstelle von Schadenfreude empfindet. Da sein Chef absolut nicht mehr mit ihm zufrieden ist und daran zweifelt, ob Billy überhaupt noch fähig ist, einen guten Fang einzuholen, entschließt sich dieser, ein letztes Mal in dieser Fangzeit auszulaufen. Zu seinem Team gehören Bobby (Mark Wahlberg), der Geld für seine Scheidung braucht, um mit seiner Freundin Christina (Diane Lane, die durchaus alt geworden ist) ein neues Leben zu beginnen, und vier weitere Männer: der altgediente Dale (John C. Reilly), der Jamaikaner und Frauenheld Alfred Pierre (Allen Payne), der zurückhaltende Verlierertyp Bugsy (John Hawkes) und schließlich der mit Murphy immer wieder aneinander geratende Sully (William Fichtner). Zusammen fahren sie hinaus, wobei Billy das weit entlegene Flemish Cap als Ziel vor Augen hat, wo es von Schwertfischen nur so wimmelt, welches aber von den neuenglischen Fischerbooten, wie er eines steuert, aufgrund der Gefahren kaum mal angefahren wird. Kaum unterwegs, kommen die Sturmwarnungen über Fax. Linda kehrt mit ihren Männern lieber um, anstatt ihr Leben auf's Spiel zu setzen, und sie bittet Billy, selbiges zu tun. Dieser aber will sich und allen anderen beweisen, noch nicht zum alten Eisen zu gehören, also fährt er weiter, im Glauben, noch vor dem Sturm wieder in den heimischen Hafen von Gloucester einzulaufen. natürlich kommt es nicht so. Der Fang ist prächtig, die Frage ist nur, wie die "Andrea Gail" es schaffen soll, die Fische so schnell wie möglich durch den Sturm zu bringen, ist ihre Kühlanlage doch ausgefallen, wodurch ein Warten den Verlust des gesamten Fisches zur Folge hätte. Keiner der Jungs will auf den bevorstehenden, diesmal viel höher ausfallenden Lohn verzichten, also entschließen sie sich, gegen den Sturm zu kämpfen, nicht ahnend, wie gewaltig er ist.
"Der Sturm" ist ein nicht nur langweiliger, sondern auch nerviger Film. Nach dem Vorgeplänkel geht es raus auf See, und dann folgt ein stundenlanges Getöse im Sturm. Wellen, Wasser, Wind, dann wieder Wellen, Wasser, Wind, und wieder von vorne. Ab und an ein paar kleine Zwistigkeiten und Heldentaten an Bord, dann wieder Wellen, Wasser, Wind. Man identifiziert sich in keinster Weise mit auch nur einer Person auf der "Andrea Gail" und es ist einem somit dann auch eigentlich völlig egal, ob die Mannen den Kampf gegen Wellen, Wasser, Wind gewinnen oder nicht, Hauptsache, der Film geht bald mal zuende. Technisch ist der Sturm unter der Hand von Petersen sicherlich gut in Szene gesetzt worden und nur selten sieht alles nach Computeranimation oder Modell aus, aber das tröstet nicht über eine schwache Handlung hinweg, deren Inhalt eigentlich nur Wellen, Wasser und Wind sind. Aufhören mit diesem Getöse. Beim Verlassen des Kinos ist man selbst über jede befahrene Hauptstraße froh, die wie eine Oase der Ruhe wirkt. Ein Film, der sich nicht lohnt.

Wertung: 3 von 10 Punkten

(Tobi)