DIE GEHEIMNISSE DER SPIDERWICKS
Darsteller:  Highmore, Sarah Bolger, Mary-Louise Parker
Regie:  Mark Waters
Dauer:  97 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/diegeheimnissederspiderwicks
 

Der kleine Jared (Freddie Highmore) ist fertig mit der Welt, seit er weiß, dass er mit seiner alleinerziehenden Mutter (Mary-Louise Parker), Schwester Mallory (Sarah Bolger) und Zwillingsbruder Simon (auch Freddie Highmore, diesmal allerdings adrett gescheitelt) in das abgelegene Haus seines Ur-Ur-Onkels irgendwo im Nichts ziehen wird. Da wird dann ganz gerne mal die gesamte Autofahrt geschmollt, und alle Anderen haben seine üble Laune auszubaden.

Kein Wunder also, dass, kaum angekommen, seine merkwürdigen Beobachtungen in dem alten Anwesen als Spinnereien eines bockenden Kindes abgetan werden. Doch Jared weiß, was er gesehen und gehört hat, und spätestens nachdem er den je nach Laune und Honigkonsum lieben oder aufbrausenden hauseigenen Kobold Thimbletack kennengelernt hat, kennt er auch den Grund für den zurückgelassenen, enormen Honigvorrat seiner inzwischen im Heim wohnenden Großtante.

Man fühlt sich so ein bisschen an Endes „Unendliche Geschichte“ erinnert, als Jared da allein auf dem verstaubten Dachboden auf das, von seinem Vorfahren Arthur Spiderwick (David Strathairn) mühsam zusammengetragene, wie einen schon der Vorspann wissen lässt, „Handbuch der magischen Geschöpfe“ stößt. Voller Neugier und mit der Realität gerade überaus unzufrieden beginnt auch er natürlich sofort zu lesen, doch kaum hat man sich darauf eingestellt, zusammen mit ihm in eine Fantasiewelt einzutauchen, wird man mit dem Auftritt des niedlichen Kobolds auch schon auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Denn der, übrigens außerordentlich liebevoll animiert, was besonders für seine Transformation zu seinem cholerischen Alter Ego gilt, entspringt keinesfalls seiner Einbildungskraft, sondern warnt ihn vielmehr vor der höchst realen Existenz noch anderer, nicht ganz so umgänglicher Wesen.

Die sind nämlich, allen voran der garstige Anführer Mulgarath, für den normalen Menschen nur durch den Blick durch einen speziellen Ring sichtbar, ganz scharf auf Spiderwicks Buch, und nur ein um das Haus gezogener, magischer Kreis hält sie auf Distanz. Es beginnt eine wilde Hatz der gesamten Familie, einmal von der Existenz der fiesen Gestalten überzeugt, um die Macht des im Buch befindlichen Wissens. Dabei trägt Freddie Highmore, den wir ja schon aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“ kennen, mit seiner Doppelrolle die Hauptlast des Films, und das macht er gut, kann man sich doch wunderbar mit ihm identifizieren und sich auf den wahrlich nicht realitätsnahen, auf einer erfolgreichen Kinderbuchserie basierenden, Plot einlassen. Doch auch die Animation, die das Zusammenfügen der beiden Parallelwelten erstaunlich gut bewältigt, trägt dazu bei, dass man während dieses schönen Märchenfilms die Realität für einige Momente vergisst. Schade nur, dass am Ende die Schlagzahl nicht ganz gehalten werden kann.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)