Dinosaurier

Animiert, R: Ralph Zondag und Eric Leighton, 82 Min.

Einige Jahre nach der Dinosaurier-Manie um "Jurassic Park" kommt nun ein Saurier-Film aus der Disney-Schmiede in unsere Kinos, der eine aufwendige Mixtur aus Animation und Realanspruch ist. Man verfolgte sicher einerseits das Ziel, die Urviecher so echt wie möglich aussehen und bewegen zu lassen, andererseits gab man ihnen Zeichentrickcharakter, vor allem in puncto Mimik. Die affenähnlichen Lemuren besitzen im Film noch weitaus mehr irrealen Touch, natürlich jedoch ist auch dies beabsichtigt, man hat es ja nicht mit dem x-ten Sequel von "Jurassic Park" zu tun, sondern mit einem Disney-Streifen für Jung und Alt. Interessanterweise wurden die Wesen in oftmals reale Landschaften kopiert, was optischen Reiz bringt.
Inhaltlich dreht sich alles um Aladar, einen Iguanodon-Saurier. Vor Jahren wurde er, noch als Ei, von einem Pteranodon-Flugsaurier aus der Heimat auf eine entfernte Insel verschleppt, wo Lemuren entgegen erster Zweifel des Stammesältesten Yar die Familienfunktion übernahmen und ihn groß zogen. Vor allem Yar, seine Tochter Plio, Adoptivschwester Suri und als bester Freund Zini sind es, die inzwischen zu den Wegbegleitern von Aladar gehören. Heile Welt soweit, auch wenn sich der Saurier manchmal fragt, warum niemand so wie er ist. Eines Tages legt ein Meteoritenschwarm mit seiner folgenden Feuerbrunst die Insel in Schutt und Asche. Aladar rettet sich und seine vier Mitstreiter, zusammen landen sie schwimmenderweise auf dem Festland, wo sie erst einmal einem völlig neuen Leben ausgesetzt sind. In öder Stein-Wüstenlandschaft lauern Gefahren wie die gefährlichen Raptoren, aber man trifft auch auf eine riesige Horde von Sauriern, denen man sich anschließt auf ihrem Weg zu entfernten Weidegründen und Wasser. Geführt wird die Herde vom diktatorenhaften Kron und seiner rechten Hand, Leutnant Bruton, die Aladar sehr skeptisch gegenüber stehen, vor allem, da Krons Schwester Neera Gefallen an ihm zu finden scheint. Mit zwei neuen Freunden und den Lemuren zusammen durchlebt Aladar in der Folgezeit abenteuerliche Zeiten, mit Kampf und Krampf, mit Herz und Schmerz.
"Dinosaurier" ist ein mittelmäßiger Disney, der aber wenigstens mal auf Gesangsarien verzichtet, wie man sie aus Zeichentrickfilmen des Hauses kennt und die manchmal doch etwas zu ausgeweitet sind. Die Story ist allerdings nicht imstande, einen Spannungsbogen so zu erzeugen, dass Langeweile völlig ausbleibt, dafür scheint sie zu vorprogrammiert. So bezieht der Film seinen Reiz mehr aus der technischen Umsetzung, welche gut gelungen ist.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Tobi)