DIRTY COPS: WAR ON EVERYONE
Darsteller:  Alexander Skarsgård, Michael Peña, Tessa Thompson, Theo James
Regie:  John Michael McDonagh
Dauer:  98 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  www.constantin-film.de/kino/dirty-cops-war-on-everyone
 

Zwei Cops, die es bei der Strafverfolgung mit den gesetzlichen Richtlinien nicht allzu genau nehmen? Da fallen einem doch gleich so prominente Vertreter dieser Spezies wie Clint Eastwoods "Dirty Harry" oder aber Eddie Murphys "Beverly Hills Cop", der das Ganze nicht ganz so ernst angeht, ein. Das Thema zieht sich ja durch die Geschichte des Kinos, seit es in den frühen Tagen des Westerns zu ersten Fällen von Amtsmissbrauch kam. Dabei decken die unterschiedlichen Ordnungshüter so ziemlich das gesamte Spektrum der Good Cop/Bad Cop-Skala ab, die von durchtrieben hinterhältig über latent korrupt bis zu dezent nachlässig reicht. Es ist also bei weitem nicht das originellste Szenario, das sich McDonagh ("The Guard", "Calvary"), der außer der Regie auch noch das Drehbuch beigesteuert hat, hier erdacht hat.

Sein Duo Bob (Michael Peña) und Terry (Alexander Skarsgård) ist in etwa in der Mitte der Skala anzusiedeln, wenn es sich zwar deutlich der Verbrechensbekämpfung verpflichtet fühlt, dabei aber selten moralisch einwandfrei vorgeht und darüberhinaus stets den eigenen Profit im Blick behält. Das kann ja vom Grundkonzept der Handlung ganz reizvoll sein, aber die Art der Präsentation ist hier zumindest zwiespältig. Schon in der Anfangssequenz, in der die beiden einen Täter im Clownskostüm unsanft mit dem Auto zur Strecke bringen, zeigt uns McDonagh unmissverständlich, wo bei ihm die Reise hingehen soll. Nichts gegen rabenschwarzen Humor, doch irgendwie will vom ersten Moment an die Kombination von fast beiläufiger Gewalt und lockeren Sprüchen nicht so richtig zünden. Was zum Beispiel bei Tarantino so federleicht aussieht und ausgezeichnet funktioniert, wird dann sehr schnell zum Rohrkrepierer und ernsten Ärgernis.

Die Geschichte, dass die beiden Jungs bei einem ihrer Bereicherungsfeldzüge auf die Spur einer mafiösen Verbrecherbande geraten, ist zwar schlüssig durchdacht aber durch die gnadenlos gescheiterte Inszenierung geradezu nebensächlich. Da kann man noch so sehr versuchen, sich in irgendeinen der ohnehin flachen Charaktere - immerhin wird Terry mit einem Alkoholproblem und ansatzweise sogar mit einem Helfersyndrom ausgestattet - hineinzuversetzen, mit der nächsten Einstellung von sinnlos übertrieben koksenden oder marodierenden Polizisten ist jegliche Empathie endgültig dahin. Was dem Streifen Unterhaltungswert verleiht, ist einzig und allein sein liebevoll arrangierter 70er-Jahre-Look, der ganz automatisch Erinnerungen an die besten Zeiten des Kriminalfilms weckt und zumindest mit diesem Nostalgieeffekt punkten kann. Leider aber bleibt ansonsten mangels sorgfältig ausgearbeiteten Spannungsbogens der Handlungsverlauf irgendwo zwischen Komödie und Brutalo-Thriller hängen und wirkt irgendwann nur noch lächerlich.



Wertung: 2 von 10 Punkten

(Mick)