DRACULA UNTOLD
Darsteller:  Luke Evans, Sarah Gadon, Dominic Cooper, Art Parkinson
Regie:  Gary Shore
Dauer:  92 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.dracula-film.de
 

Die sagenumwobene Geschichte des Vampirs Dracula, der einst Bram Stoker mit seinem Roman zu Legendenstatus verhalf, und der sich von Murnau über Herzog bis Coppola schon so manch namhafter Filmemacher angenommen hat, bekommt ein neues Kapitel.

Regie-Neuling Gary Shore, vormals eher mit ambitionierten Werbefilmen auffällig geworden, versucht sich hier sozusagen am Prequel des altbekannten Stoffs, von dem man ja eigentlich schon alles gesehen zu haben glaubt. Umso schwieriger ist es folglich, dem Ganzen – wie ja der Titel unbescheiden verheißt - noch etwas Neues abzugewinnen und den Zuschauer nicht mit einer zum wiederholten Mal aufgewärmten Geschichte zu langweilen. Das gelingt hier erstaunlich gut, hat man sich doch schon öfter Gedanken darüber gemacht, wie der wohl bekannteste Vampir zu dem werden konnte, was in aller Welt für Angst und Schrecken sorgt. Allein die Antwort darauf ist das Genre bisher weitestgehend schuldig geblieben, denn die Handlung sieht regelmäßig einen Erstkontakt mit Dracula schon als Vampir vor.

Wir machen also die Bekanntschaft von Prinz Vlad Tepes (Luke Evans), dessen friedvolles, transsilvanisches Reich durch den despotischen türkischen Herrscher Mehmed (Dominic Cooper) bedroht ist. Der fordert wie schon seit Jahrzehnten üblich als regelmäßiges Schutzgeld 1000 transsilvanische Jungen, um sie zu getreuen türkischen Soldaten ausbilden zu lassen. Diesmal allerdings soll es auch Vlads Sohn Ingeras (Art Parkinson) treffen, was selbstverständlich ein gewisses Missfallen bei Vlad und seiner Frau Mirena (Sarah Gadon) auslöst, bei der haushohen Überlegenheit des türkischen Heeres aber alternativlos erscheint.

So in eine scheinbar ausweglose Situation gebracht, bleibt ihm nichts anderes übrig, als übernatürliche Mächte zu bemühen und einen Pakt mit einem in den Bergen hausenden, verdammten Vampir einzugehen. Der verschafft ihm zwar befristet übermenschliche Kräfte und damit die Möglichkeit, dem Heer des Sultans die Stirn zu bieten, verlangt ihm aber gleichzeitig höchste Disziplin ab, um seinem unbändigen Blutdurst zu widerstehen.

Was folgt, ist großenteils schon aus einschlägigen Werken martialischer Kriegskunst bekannt aber Dank aufwändiger Animation recht kurzweilig inszeniert. Das ist in Kombination mit dem sauber recherchierten historischen Hintergrund ja schon einiges wert, wäre da nicht das latente Gefühl des Etikettenschwindels, das sich nach einer gewissen Zeit des Gemetzels einstellt. Wird man auch hin und wieder durch die eindeutigen Versuchungen des Protagonisten an das eigentliche Thema erinnert, stellt man sich unter einem Dracula-Film doch etwas anderes vor. Die Untold-Story ist also durchaus nett erdacht, ein Einreihen des Streifens in oben angeführte Klassiker verbietet sich aber von selbst.



Wertung: 6 von 10 Punkten

(Mick)