DREAMGIRLS
Darsteller:  Beyoncé Knowles, Jamie Foxx, Usher
Regie:  Bill Condon
Dauer:  131 Minuten
Weblink:  www.dreamgirls-film.de
 

Tja, was soll man schon über einen Film sagen, der im Vorfeld mit Lob nur so überhäuft wurde und dann auch noch der Gewinner der Golden Globe-Gala wurde, indem er gleich mehrere der begehrten Preise abgriff und somit auch gleich zum Topfavoriten für die diesjährige Oscar-Verleihung avancierte. Objektiv gesehen ist an ihm qualitativ sicherlich wenig auszusetzen, aber jeder hat halt seine eigene Betrachtungsweise und so fehlt ihm subjektiv zum Spitzenfilm doch einiges.

Die Story, die sich an die Geschichte des Detroiter Plattenlabels Motown und dem damit verbundenen Aufstieg der schwarzen Girlgroup "Supremes" samt Frontfrau Diana Ross in den 60er Jahren anlehnt, dürfte jedem Musikfreund geläufig sein, bietet also nicht allzu viel Überraschendes. Wie diese aber anhand der Schicksale der Hauptpersonen aufbereitet wird, hat schon durchaus was Fesselndes.

Sie nimmt ihren Anfang in einem kleinen Club in Detroit, wo die drei Freundinnen Deena, Effie und Lorell als "The Dreamettes" an einem Gesangswettbewerb teilnehmen und von dem ambitionierten Manager Curtis (Jamie Foxx) entdeckt werden. Der erkennt nämlich deren Potenzial, beherrscht aber gleichzeitig das Einmaleins des Business. Und so verschafft er ihnen zunächst einmal – der Cashflow muss schließlich erstmal angekurbelt werden – ein Engagement als Background-Sängerinnnen des R'n'B-Stars James Early, den Eddie Murphy hier herrlich schmierig gibt (und der kann sogar singen!). Über dessen Tour steigt rasend schnell der Bekanntheitsgrad der Mädels, was Curtis auch gleich mit einer Solokarriere der drei nutzen möchte, als Earlys Stern schon langsam untergeht.

Und hier liegt die eigentliche Stärke des Films, zeigt er doch am Beispiel von Curtis und den drei naiven Sängerinnen schonungslos die Härte des Showbiz. Kaum hat Curtis ihr Talent entdeckt, dreht er auch schon an einigen Stellschrauben, um aus dem Projekt den größt möglichen Nutzen zu ziehen. Dabei nimmt er auf Gefühle oder Beziehungen nicht im Geringsten Rücksicht, sondern degradiert zuallererst seine Freundin Effie, gesanglich die talentiertste der drei (übrigens gespielt von "American Idol"-Gewinnerin Jennifer Hudson) indem er sie als Frontfrau durch die optisch ansprechendere und mehr dem Mainstream entsprechendere Deena (Beyoncé Knowles) ersetzt. Und als Effie gegen diese Entscheidung aufbegehrt, fliegt sie kurzerhand aus der Gruppe. So formt er aus der natürlich gewachsenen, freundschaftlichen Verbindung "The Dreamettes" das vermarktbare Produkt "The Dreams" und die Geschichte nimmt ihren bekannten Lauf.

Dabei wird zwar hin und wieder die Problematik der Hautfarbe der drei angerissen, die Rassendiskriminierung und sogar –unruhen in jener Zeit aber finden nur beiläufig Erwähnung, womit der Streifen deutlich weiteres Potenzial verschenkt.

Auch durch die Darreichung der Handlung in gesungener Form, mag gerade sie ja den erwünschten Musicalcharakter ausmachen, und die Qualität der Musik unbestritten herausragend sein, wird die Geduld des Zuschauers in Anbetracht von zehnminütigen Gesangseinlagen in manchen Szenen auf eine harte Probe gestellt.

So verspielt der Film leichtfertig seine durch die Dramaturgie und die hervorragende Besetzung gegebenen Anlagen.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)