Dr. T And The Women

D: Richard Gere, Helen Hunt, Farrah Fawcett, R: Robert Altman, 122 Min.

In seinem neuen, wieder einmal hochklassig besetzten Film wirft Regie-Altmeister Robert Altman einen satirischen und kritischen Blick auf amerikanische High Society-Frauenkreise. Schon in der (wunderbar schnittfreien) Eröffnungsszene wird klar, dass in der Praxis vom Gynäkologen Dr. Sullivan Travis, kurz Dr. T. (Richard Gere) das Chaos herrscht. Hier eine überkandidelte Begrüßung, dort ein oberflächliches Gespräch, hier eine vom Warten genervte Patientin, dort durcheinander kreischende, gutbetuchte Ladies. Der einzige, der hier kühlen Kopf behält, ist Dr. T., souverän und charmant, daher natürlich das Anhimmelungsobjekt Nummer eins. Dabei hat er genug Probleme mit seiner psychisch kranken Frau Kate (Farrah Fawcett), die sich im Springbrunnen eines Einkaufszentrums nackt ausgezogen hat und daraufhin in eine Anstalt kommt. Zu allem Übel eröffnet seine Tochter Connie (Tara Reid) ihn dann noch, dass ihre kurz vor der Hochzeit stehende Schwester Dee Dee (Kate Hudson) lesbisch sei, und seine ständig champagnerbetrunkene Schwägerin Peggy (Laura Dern) geht ihm sowieso auf den Geist. Auch wenn er ständig mit (bzw. an) Frauen arbeitet - Dr. T. versteht sie einfach nicht (so ergeht es aber ja vielen Männern). Da kommt Bree (Helen Hunt) als neue Golflehrerin in seinem Club gerade richtig, verkörpert sie doch genau das Gegenteil von dem, was ihn an den anderen Frauen so nervt. Bree ist eher ruhig, ist intelligent und legt keinen übersteigerten Wert auf Upper Class-Aussehen. Travis verliebt sich in Bree, doch auch hier läuft nicht alles nach seinem Wunsch.
Auch wenn es Altman gelingt, die High Society-Frauen mehr als abschreckend und nervtötend darzustellen, in all dem Chaos an Charakteren vergisst er, sie wirklich auszumalen. Lediglich Helen Hunt als Bree und Richard Gere als Dr. T. bekommen den Raum, ihren Figuren Profil zu verleihen. Ansonsten ist der Film aber witzig gemacht, mit jeder Menge Ironie an den richtigen Stellen, und das skurrile Ende ist auch alles andere als vorhersehbar.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)