EAGLE EYE
Darsteller:  Shia LaBeouf, Michelle Monaghan, Rosario Dawson
Regie:  D.J. Caruso
Dauer:  117 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  www.eagleeyemovie.com
 

Damit, dass man ungeahnt in den Fokus des totalen Überwachungsstaats gerät, muss man wohl im heutigen Amerika der geschürten Terrorangst immer rechnen. Dass der Auslöser dafür ist, dass einem eines Tages die Bude vollsteht mit allerhand Waffen und Utensilien, die man für die Herstellung von Sprengsätzen benötigt, ist dagegen doch recht ungewöhnlich.

Genau das muss aber der ahnungslose Jerry (Shia LaBeouf) erfahren, der noch dazu von einer unbekannten Anruferin unter Druck gesetzt wird, ihren Anweisungen unbedingt Folge zu leisten. Diese scheint außer dem Zugriff auf sämtliche Informationsmedien sogar noch mehr Macht zu haben, ermöglicht sie ihm nach seiner Verhaftung doch augenscheinlich durch mysteriöse Einflussnahme auf die gesamte gesellschaftliche Infrastruktur die Flucht, um sich seiner bedienen zu können. Noch dazu wird ihm von ihr in Rachel (Michelle Monaghan) eine Begleiterin zur Seite gestellt, die auf ähnliche Weise gegen ihren Willen per Telefon gesteuert wird.

Soweit ist das Ganze gut erdacht, intelligent aufgebaut und vor allem spannend inszeniert, was in Kombination mit den atemberaubenden Actionsequenzen inklusive netter Ideen bei der Steuerung von Jerry sehr vielversprechend ist. Was dann aber passiert, als sich der Zweck der Fernsteuerung immer mehr herauskristallisiert, ist ein ziemlich leichtfertiges Verspielen des anständigen Potenzials. Zwar wird das Tempo der Verfolgungsjagd unvermindert aufrecht erhalten, jedoch kann die Handlung damit nicht im entferntesten Schritt halten und verzettelt sich immer mehr in abstrakten Verschwörungstheorien um zum Schluss in der fast philosophischen Auseinandersetzung mit der technologisierten Welt auszulaufen.

Das mag ja als gesellschaftskritischer Ansatz ganz schön sein, funktioniert in diesem Fall aber überhaupt nicht. So verkommt der anfängliche, unbehagliche Verlust der Selbstbestimmung immer mehr zu einer vagen Bedrohung, die nicht mehr richtig zu definieren ist. Der Rest ist einfach nur lautes, mehr oder weniger unbedeutendes Action-Feuerwerk. Dagegen können die beiden aufstrebenden Jungdarsteller anspielen wie sie wollen, mehr als ein beliebiger Action-Thriller zur Terrorthematik wird daraus nicht mehr, und davon hat man in letzter Zeit ja wahrlich genug gesehen.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Mick)