Erin Brockovich

D: Julia Roberts, Albert Finney, Aaron Eckhart, R: Steven Soderbergh, 137 Min.

Pretty Woman mal anders. Julia Roberts spielt in "Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte" die alleinerziehende Mutter Erin, die sich mit ihren drei Kindern nach ihrer Scheidung mehr schlecht als recht durchschlägt. Kein Geld, kein Job - da kommt es ihr nicht ungelegen, dass ihr ein reicher Kerl mit seinem Wagen in die Seite fährt. Anwalt Ed Masry (Albert Finney) vertritt sie in der Schadensersatz-Klage, scheitert aber trotz eindeutig erscheinender Rechtslage. Erin ist außer sich und steht einige Tage später mit der Forderung nach einem Job auf der Matte seiner Kanzlei. Eigentlich wollte Ed bald in Rente gehen und sich auf Golfspielen und Entspannung beschränken, nun aber geht es erst richtig los, als er die frustrierte Frau eistellt. Erin, die aufgrund ihrer alles andere als biederen Erscheinung von den anderen Büromiezen nur abwertend beäugt wird, nimmt einen Fall, der sie interessiert, genauer unter die Lupe. Sie kommt einem Umweltskandal auf die Schliche, der ungeahnte Ausmaße annimmt. Vor Ort in Hinkley, einer Kleinstadt in der kalifornischen Wüste, spricht sie mit Einwohnern, die unter mysteriösen, bösartigen Krankheiten leiden, und schnell wird Erin klar, dass eine örtlich ansässige Fabrik Schuld trägt, indem das Grundwasser mit schädlichen Chemikalien verunreinigt wurde, was man danach zu vertuschen versucht hat. Mit Charme und viel Energie schafft es die resolute Erin, um deren Kinder sich der neue Nachbar und bald auch neue Freund George (Aaron Eckhart) liebevoll kümmert, die Bewohner von Hinkley und auch Ed davon zu überzeugen, juristisch gegen die Fabrik vorzugehen. Wie aber soll man gegen einen milliardenschweren Konzern, zu dem die Anlage gehört, und seine Rechtsabteilung eine Chance haben?
Der Film beruht, wie der Untertitel schon klar macht, auf einer wahren Geschichte, und diese ist es durchaus wirklich wert, auf Zelluloid gebannt zu werden. Der Kampf einer tapferen Frau gegen ihr Leben und dann für das Leben anderer und gegen große Ungerechtigkeit liefert genug Stoff für einen kurzweiligen, interessanten Streifen. Julia Roberts spielt Erin Brockovich, die Bein und Busen gezielt in Szene setzt, mit so viel Sex-Appeal wie nie zuvor eine Rolle. Gleichzeitig gelingt ihr aber auch die Darstellung der harten Kämpferin sehr gut. Albert Finney als im Grunde total lieber Anwalt und Aaron Eckhart als warmherziger Biker wissen ebenfalls zu überzeugen. Die Story ist gut, auch wenn sie etwas zu sehr in die Länge gezogen ist, aber das sind ja viele Filme heutzutage. Gelungener Streifen.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)