Erkan & Stefan

D: Erkan Maria Moosleitner, Stefan Lust, Alexandra Neldel, R: Michael Herbig, 90 Min.

Eigentlich geht es einem ja mittlerweile ganz schön auf die Nerven, dass fast jeder Comedian, der etwas auf sich hält, mit einer Parodie unserer türkischstämmigen Mitbürger aufwartet. Und bei den Münchenern Erkan und Stefan ist dieses Gefühl besonders ausgeprägt, weil man in unseren Breitengraden mit dem einfließenden bayerischen Dialekt nicht allzu viel anfangen kann. Aber wie die beiden ihre Rollen der naiven, etwas unterbelichteten Vorstadtjungs ausfüllen, nämlich durchaus witzig und sympathisch, sorgt dann doch dafür, dass man seinen Spaß hat. So ist auch der Film, der jetzt in die Kinos kommt, eine große Comedy-Show der beiden Protagonisten, um die eine Rahmenhandlung herumgebastelt worden ist. Doch die erscheint keinesfalls stupide runtergeschrieben, bloß um dem Werk ein abendfüllendes Format zu verleihen, sondern bettet die Vorstellung von Erkan und Stefan unterhaltsam ein und vermag sogar eine eigene Dramaturgie zu entwickeln. Es geht dabei um eine Kassette, auf der angeblich die letzten Minuten im Leben des Uwe Barschel fest gehalten sind. Sie gerät in den Besitz des Verlegers Eckernförde (Manfred Zapatka), der sie selbstverständlich mit großem Presserummel veröffentlichen will. Doch das finden sowohl der BND als auch die CIA gar nicht gut und versuchen ihrerseits an das wertvolle Tondokument zu kommen. Dabei wird auch was die Actionsequenzen angeht, geklotzt und nicht gekleckert, und das wirkt dann auch noch alles sehr gekonnt, was angesichts dieser reindeutschen Produktion schon ein wenig überrascht, durfte man doch in der Vergangenheit deutsche Actionfilm-Versuche allenfalls müde belächeln. Für die Herz-Schmerz-Komponente sorgt hier die Verleger-Tochter Nina (ganz das süße, nette Mädel von nebenan: Alexandra Neldel), die aus Versehen die heißbegehrte Kassette mit sich herumträgt, und deswegen von allen gejagt wird. Doch da gibt es ja noch unsere beiden Helden, die zwar nur angeheuert werden, weil man sie für zu blöd hält, die sich selbst aber als die weltbesten Bodyguards sehen, und sich gleich beide in die hübsche Nina verknallen. So kann man sich hervorragend amüsieren, wenn die beiden eher zufällig durch die Scheiße, die sie bauen, alle Geheimagenten in Schach halten, und um die Gunst ihres Schützlings buhlen, wobei man sich immer wieder über ihr kindisches Gehabe und anderen schwachsinnigen Quatsch freuen kann. Und dann gibt es sogar noch einen richtigen Showdown bei einem Empfang in der amerikanischen Botschaft zu bewundern, wo doch tatsächlich so etwas wie Gesellschaftskritik durchschimmert, als die Geheimdienstler ohne Rücksicht auf Menschenleben ihre Mission zu erfüllen versuchen und das auch noch durch höchste Politiker gedeckt wird. Der Film sorgt einfach für gute Laune, und das ist es ja, was man von einer Komödie erwartet. Also: einfach gucken und grinsen.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Miguel)