ERZÄHL ES NIEMANDEM!
Darsteller:  Lillian Crott Berthung, Randi Crott
Regie:  Klaus Martens
Dauer:  89 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  www.realfictionfilme.de/filme/erzaehl-es-niemandem
 

Das Buch "Erzähl es niemandem!: Die Liebesgeschichte meiner Eltern" von Lillian Crott Berthung und Randi Crott, beim Dumont Buchverlag erschienen, wurde bereits mehr als 200.000 mal in Deutschland verkauft. Nun bringt Klaus Martens ("Wir die Wand") die Geschichte auf die Leinwand. Sein Dokumentarfilm arbeitet die Geschichte von Lillian Crott Berthung auf sehr interessante Art und Weise auf.

Mit 19 Jahren lernte die Norwegerin 1942 den in ihrer Heimat auf der Insel Hinnøy stationierten Helmut Crott kennen. Sie verliebt sich in den deutschen Soldaten aus Wuppertal, auch wenn eine Beziehung zu einem Nazi-Deutschen zu Hause ein kleiner Skandal ist. Deshalb verheimlichen die beiden ihre Beziehung eine Weile lang. Und natürlich ist auch Lillian entsetzt über das, was die Deutschen ihrem Land antun. Als in ihrer Nachbarschaft eine jüdische Familie verschwindet, stellt sie Helmut zur Rede, und nachdem er ihr mit "Erzähl niemandem, was ich dir jetzt sage" ein Versprechen abgenommen hat, offenbart er ihr, dass seine Mutter selbst Jüdin ist, dass er seine Familie nur durch die Mitgliedschaft in der deutschen Wehrmachts zu schützen versucht, und dass er jeden Tag mit der Angst vor Entdeckung lebt. Eine dramatische und anrührende Liebesgeschichte beginnt, und bis zu Helmuts Tod erzählt Lillian niemandem von seinem Geheimnis.

Martens erzählt diese Geschichte in ruhiger, atmosphärischer Art und Weise, mittels einiger dokumentarischer Aufnahmen von früher, mittels Bildern von den entscheidenden Stätten, und mittels Erzählungen von Lillian wie auch ihrer Tochter Randi Crott. Und als Lillian 2012 nach Nordnorwegen in ihre alte Heimat reist, um wie versprochen Helmut dort zu begraben, wo sie sich zum ersten Mal begegnet sind, dann schließt sich ein Kreis - und es wird spürbar, dass ihr die damalig verheimlichte Liebe zum bösen Deutschen nie verziehen wurde. Ein berührender Dokumentarfilm.



Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)