EVAN ALLMÄCHTIG
Darsteller:  Steve Carell, Morgan Freeman, Lauren Graham
Regie:  Tom Shadyak
Dauer:  100 Minuten
FSK:  Freigegeben ab 6 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/evanallmaechtig
 

Uns ist allen noch gut Jim Carrey in der Rolle des Bruce Allmächtig in Erinnerung, dessen Wünsche unverzüglich Realität wurden, und der damit so seine liebe Mühe und Not hatte. Das war ein netter Film über Fluch und Segen der Allmacht, der obendrein den einen oder anderen schönen Moment zum Schmunzeln bereit hielt.

Aber was bitte soll jetzt das sein? Evan Bexter (Steve Carell), damals schon Bruce‘ Konkurrent beim Ringen um den Posten des Fernseh-Anchorman, ist gerade zum Kongressabgeordneten gewählt worden und richtet sich mit seiner Familie in seinem neuen Heim ein, als ihm nach einem Gebet prompt der Herr persönlich (auch hier wieder Morgan Freeman) erscheint, und ihm den Auftrag erteilt, eine Arche zu bauen. Da sich unser Protagonist im Film – der über die komplette Dauer vollständig blass bleibt und über die Rolle des glatten Dutzendgesichts nie hinaus kommt - in Anbetracht der Absurdität dieser Aufgabe genauso verdutzt zeigt wie man selbst, nimmt man das Aufklärungsdefizit erstmal so hin und vertröstet sich auf den weiteren Handlungsverlauf. Was dann aber passiert, ist über eine Stunde lang kaum zu ertragen: nichts!

Der schließlich einsichtige Evan, der im übrigen alles andere als allmächtig ist - was also soll der deplatzierte Titel, wenn nicht vom kommerziellen Erfolg des Vorgängers profitieren? – baut eineinhalb Stunden lang seine Arche und gleicht sich dabei äußerlich zwangsweise mehr und mehr Noah an. Dies führt unweigerlich zu Irritationen in seinem Umfeld, das ausnahmslos aus flachen, ja geradezu sterilen Charakteren besteht. Jene Merkwürdigkeiten müssen im Folgenden krampfhaft für so manchen missglückten Gagversuch herhalten. Dass dabei aber auch noch aufwändigste Tricktechnik zum Einsatz kommt (animierte Tierpaare, die Evan nicht von der Seite weichen und dann auch noch beim Bau helfen), lässt einen nach einer Weile nur noch verständnislos den Kopf schütteln.

Dies wird nur noch durch einen Showdown getoppt, bei dem eindeutig nach der Devise „Warum kleckern, wenn man auch klotzen kann?“ verfahren wurde und der sich ebenso perfekt in das nicht stimmige Konzept des Films einfügt. Dass man dann tasächlich noch eine Aufklärung geliefert bekommt, die für einen gewissen Aha-Effekt sorgt, kann einen aber über die vorangegangenen ärgerlichen anderthalb Stunden nicht mehr hinwegtrösten.

Wertung: 1 von 10 Punkten

(Mick)