Family Man

D: Nicolas Cage, Tea Leoni, Don Cheadle, R: Brett Ratner, 124 Min.

Dass nicht jeder Stoff etwas wirklich ganz Neues bieten muss, um im Endeffekt einen guten Film auszumachen, zeigt Brett Ratner mit "Family Man". Nicolas Cage spielt - so gut, wie vielleicht lange nicht mehr - den erfolgreichen Geschäftsmann Jack Campbell, der sich vor 13 Jahren für die Karriere und den Weggang für eine Zeit nach Europa entschieden hat, auch wenn dies die Trennung von seiner süßen Freundin Kate (Tea Leoni) mit sich brachte. Jack hat, was er braucht oder zum Glücklichsein zu brauchen meint: Luxus, wechselnde Frauengeschichten, einen Ferrari, ein Penthouse mit Blick über Manhattan. An Heiligabend 2000 wird er im Tante Emma-Laden um die Ecke Zeuge eines kleinen Frust-Überfalls, den er jedoch - man hat's ja - in geschickter Manier mittels etwas Geld für den Gangster Cash (Don Cheadle) beendet. Es folgt eine kurze Konversation mit dem Gauner, die Jacks Leben verändern soll. Am nächsten Morgen wacht er auf, und alles ist anders - er lebt das Leben des Jack Campbell, wie es mit Kate hätte sein können. Sie sind verheiratet, leben in einem kleinen Haus in New Jersey und haben zwei Kinder, die für ihn als ungeübten Vater erst einmal mehr als leicht bedienbar sind. Bevor Jack realisieren kann, was mit seinem so geliebten Luxusleben passiert ist, muss er mit dem Hund Gassi gehen, und die Schwiegereltern fallen auch gleich ein. Im Glauben, wenigstens noch seinen Job zu haben, fährt Jack - ein alter Wagen tut's ja auch - zu seinem Büro, wo allerdings ein ungeliebter Kollege anstatt seiner selbst Chef ist, ihn kennt man nicht einmal - kein Wunder, ist er doch, wie er erschreckt erfährt, Reifenverkäufer in der Firma von Kates Vater. Warum dies alles? Cash, der in seinem ehemaligen Ferrari vorbeigefahren kommt, klärt ihn auf, dass er nun eben sehen würde, wie sein Leben bei einer Entscheidung für Kate damals gelaufen wäre. Von anfänglichem Unwohl- und Überfordertsein mit der neuen Situation wächst Jack im Laufe des Films mehr und mehr in die neue Situation herein und lernt Dinge schätzen, von denen er es vorher nie erwartet hätte. Nicht zuletzt die bezaubernde Kate, um die ihn alle (neuen) Freunde beneiden, hat hieran großen Anteil. Wie gewonnen, so zerronnen. Eines Tages eröffnet Cash Jack, dass er in Kürze wieder in sein altes Leben zurückkehren werde - nur will dieser inzwischen eigentlich nicht mehr...
"Family Man" ist zwar natürlich nur eine Variante des Identität-wechsel-dich-Spieles, wie man es aus vielen anderen Filmen kennt, jedoch eine sehr gelungene. Schauspielerisch überzeugen Nicolas Cage und Tea Leoni in jeder Szene und jeder Emotion, hinzu kommt eine lockere, witzige, kurzweilige Handlung mit einer beachtlichen Menge an Momenten, die das Anschauen des Filmes lohnen. Zu empfehlen!

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)