Fast Food, Fast Women

D: Anna Thomson, Jamie Harris, Victor Argo, R: Amos Kollek, 96 Min.

Für Bella (Anna Thomson) scheint sich das Leben festgefahren zu haben. Beruflich kellnert sie in einem New Yorker Diner als gute Seele vor sich hin und bringt es nicht über's Herz, Besitzer und Stammgäste für einen besseren Job hinter sich zu lassen. Privat scheint Bella kurz vor ihrem 35. Geburtstag ebenso in einer Sackgasse angekommen zu sein. Seit über zwölf Jahren schon hat sie eine Affäre mit dem verheirateten, älteren Broadway-Regisseur George (Austin Pendleton), der es immer wieder schafft, das geforderte Verlassen seiner Frau zu umgehen - mit einer eigenen Familie scheint es so schnell also auch nichts zu werden. Um die Tochter auf andere Wege zu bringen, arrangiert Bellas Mutter ein Blind Date mit Bruno (Jamie Harris), einem erfolglosen Autor, der sich mit Taxifahren über Wasser hält und dem seine gestresste Ex-Frau gerade ihre beiden Kinder (von denen eines nur von ihm ist) überlassen hat, wovon Bella nichts weiß. Auf Anraten ihrer besten Freundin gibt sich die herzensgute Großstadt-Glückssucherin eher cool und behauptet entgegen aller ihrer Gefühle, Kinder zu hassen. Klar, dass jede Annährung - ob nun One-Night-Stand oder große Liebe - hiermit zunächst in weite Ferne gerückt ist. Zu Bellas Wirrungen passen die Geschichten ihrer geliebten Stammgäste, bei denen es momentan auch drunter und drüber geht...
Regisseur und Drehbuchautor Amos Kollek ("Sue", "Fiona", "Für immer: Lulu") hat für seinen neuesten Film wieder seine Lieblingsschauspielerin Anna Thomson ins Boot geholt, und man könnte meinen, der Film sei genau für sie gemacht, so wunderbar füllt sie die Rolle der Bella aus. Die diversen Erlebnisse charakterlich verschiedenster Großstadtsingles werden mittels guter Dialoge und ideenreicher Szenen erzählt, so dass es reine Freude ist, diesen Film anzuschauen. Wer Wärme und Herzlichkeit gepaart mit einfach nettem Humor mag, der ist hier gut aufgehoben. Geheimtipp!

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)